Garagenhof, Garten, Filmset – in Kirchhörde drehen bekannte Schauspieler eine neue ARD-Serie. Wie das Film-Team Dortmund wahrnimmt – und was sonst noch passiert…
Darum geht‘s:
Ein ARD-Filmteam dreht eine Familienserie im Dortmunder Stadtteil Kirchhörde.Die Ruhrgebiets-Serie setzt auf Humor und Emotionen.Mit dabei sind u.a. Leonard Lansink („Wilsberg“), Johannes Kienast, Lucas Gregorowicz und Minh-Khai Phan-Thi. Sie verraten, was sie von Dortmund halten.
In Kirchhörde braucht es derzeit nicht viel Fantasie, um sich wie mitten in einer ARD-Serie zu fühlen. Wo sonst Vorgärten gepflegt, Autos geparkt und Kinder zur Schule gebracht werden, steht plötzlich ein Filmteam vor einem Doppelhaus.
Kabel, Technik, Maskenwagen, Schauspielerinnen und Schauspieler: Ein Wohngebiet im Süden von Dortmund ist zur Kulisse für „Onkel Ruben und das Loch im Garten“ geworden.
Drehort Kirchhörde passte
Gedreht wird die neue sechsteilige Familienserie von ARD und WDR derzeit unter anderem in Dortmund. Und eben in Kirchhörde. Warum ausgerechnet hier?
Die Antwort fällt bei Produktionschefin Linda Rosenkranz erstaunlich bodenständig aus: „Dortmund, weil wir hier mit der Produktionsfirma sitzen und die Geschichte in Dortmund spielt.“ Und Kirchhörde? „Weil wir hier das perfekte Haus gefunden haben.“
Produktionsleiterin Linda Rosenkranz© Esther Burmann
Die Serie soll eine Ruhrgebietskomödie werden. „Sie ist komisch, aber auch ein bisschen traurig. Make me laugh, make me cry, so wie es sein muss“, sagt Leonard Lansink, den viele Dortmunder als Privatdetektiv Georg Wilsberg in der gleichnamigen ZDF-Samstagskrimireihe kennen. Aktuell steht er als Opa Peter vor der Kamera.
Ernsthafte Überzeugung
Auch beim Lesen der Drehbücher habe es offenbar schnell gefunkt. „Meine Frau liest die Drehbücher auch immer, bevor ich zusage“, sagt Lansink. Johannes Kienast, der in der Serie Onkel Ruben spielt, legt nach: „Meine auch.“ Der Serienopa kontert: „Ist dat dieselbe?“ Gelächter am Set.
Hinter dem Spaß steckt aber auch ernsthafte Überzeugung vom Stoff. „Es sind super Bücher, also das ist großartig“, sagt Lansink. „Man hat praktisch den Film vor Augen.“ Dass Autor Marvin Litwak auch Regie führt, sei dabei ein Vorteil.
Opa Peter mit seinen Söhnen Onkel Ruben (rechts) und Vater Martin (links) stehen vor dem Serienhaus in Kirchhörde.© Esther Burmann
Der Serienpapa aus dem Pott
Für Lucas Gregorowicz, der den Vater Martin spielt, ist der Dreh in Dortmund auch privat ein besonderer. Er kommt aus der Region, und das merkt man, wenn er über die Drehtage spricht. „Ich kann zu meiner Mutter auf eine Suppe nach Feierabend, das ist schon ein Heimspiel.“
Für ihn sei es „besonders Spaß“, sagt Gregorowicz. „Ich bin einfach wahnsinnig gerne hier und nicht nur fürs Wochenende, sondern jetzt für eine lange Zeit. Das ist einfach toll.“
Bei 30 Grad und Sonne kann der Drehtag für das Ensemble ganz schön anstrengend werden.© Esther Burmann
Auch andere nehmen Dortmund als angenehm unkompliziert wahr. „Die Dortmunder sind glücklich mit uns, glaube ich“, sagt Lansink. „Ich höre keine Klagen.“ Johannes Kienast aus Berlin beschreibt Dortmund als herzlich: „Ich nehme schon eine gewisse Herzlichkeit und Unkompliziertheit wahr.“
Auch Reibung am Set
Ganz ohne Revier-Reibung kommt der Dreh aber natürlich nicht aus. Lansink ist Ex-Gelsenkirchener. In Dortmund zu drehen, sei für ihn deshalb „natürlich schwierig“, sagt er und lacht. „Das ist Schauspielerei. Das ist das Schwierigste.“
Ein besonders harter Moment: „Dann musste ich auch noch You‘ll never walk alone lernen als Schalker. Das ging mir echt schwer von den Lippen.“ Gregorowicz ergänzt grinsend: „Das waren viele Takes.“ Lansink: „Aber ich habe es überwunden.“
Lucas Gregorowicz spielt den Familienvater an der Seite von Minh-Khai Phan-Thi mit den beiden Kindern, die von Purnima Grätz und Shogo Wilhelm gespielt werden.© Esther Burmann
Schauspielerin ist BVB-Fan
Minh-Khai Phan-Thi, die in der Serie Mutter Jutta spielt, hat eine andere Verbindung zu Borussia. Sie kenne Dortmund bisher vor allem von BVB-Spielen, erzählt sie: „Wenn es geht, fahre ich ins Stadion und gucke mir die Südtribüne an.“
Der zehnjährige Shogo steht für die Serie zum ersten Mal vor der Kamera.© Esther Burmann
Dass der Dreh trotz Hitze, Bergwerk und langer Tage offenbar gut läuft, merkt man auch an den jüngeren Darstellern. Für Shogo, der am 5. Juli zehn Jahre alt wurde, ist es das erste Mal, dass er vor der Kamera steht. „Am ersten Drehtag war ich aufgeregt.“ Mittlerweile sei die Aufregung besser geworden. An seinem Geburtstag habe er am Set sogar Geschenke bekommen.
Das Loch im Kirchhörder Garten© Esther Burmann
Über die Serie
Die sechsteilige ARD/WDR-Familienserie „Onkel Ruben und das Loch im Garten“ erzählt von einer Ruhrgebietsfamilie, deren Alltag durch den plötzlichen Besuch von Onkel Ruben durcheinandergerät. Ruben ist kleinkriminell, behauptet aber, ein Whistleblower zu sein und brisante Informationen über illegale Machenschaften eines früheren Bergbaukonzerns zu besitzen. Besonders die 15-jährige Mia ist fasziniert von seinen Geschichten, während ihr Vater Martin den ungebetenen Gast am liebsten sofort wieder loswerden möchte. Als Rubens Gegner auftauchen und zur echten Bedrohung werden, wird die Familie immer tiefer in die Sache hineingezogen. Die Spur führt schließlich zu einer stillgelegten Strecke unter Tage, wo ein Schatz von unermesslichem Wert verborgen sein soll.