Der kalte Winter 2025/26 mit hohem Strom- und Wärmebedarf hat deutliche Spuren hinterlassen. Die erneuerbare Stromproduktion blieb im Jänner und Februar 2026 über mehrere Wochen hinweg auf niedrigem Niveau (kaum Sonne, wenig Windkraft, eingeschränkte Wasserkraft) – der Strom kam auch aus der „Gasdose“. Dies zeigt deutlich, Erneuerbare allein gewährleisten keine Versorgungssicherheit.
Der hohe Strombedarf im Winter, auch verursacht durch zusätzliche Wärmepumpen, konnte nur durch regelbare Erdgas-Kraftwerke und Stromimporte aus den benachbarten Kern-, Kohle- und Gaskraftwerken sichergestellt werden (wie man hier nachlesen kann).
Damit rückt eine zentrale Frage der Energiepolitik wieder ins öffentliche Bewusstsein: Wie kann die Energieversorgung in Phasen geringer erneuerbarer Erzeugung sichergestellt werden?
„100 Prozent erneuerbarer Strom in der Jahresbilanz sichern keine einzige Winterwoche. Dieser Winter hat gezeigt, wer das System tatsächlich aufrechterhält: unsere großvolumigen Gasspeicher, in denen das Gas bereits ein Jahr zuvor eingespeichert wurde und die regelbaren, flexiblen Gaskraftwerke. Durch die frühzeitige Einlagerung waren unsere Speicher auch unabhängig von geopolitischen Gegebenheiten. Mit „Winter“ ist auch in Zukunft zu rechnen, dafür müssen wir gewappnet sein. Ein resilientes Energiesystem muss Versorgung zu jeder Zeit leisten können“, betont RAG CEO Markus Mitteregger.
Kurzfristige Speicher wie Batterien oder Pumpspeicher leisten zwar einen wichtigen Beitrag, sind aber auf einen Stunden- oder Tagesausgleich ausgelegt. Mehrwöchige Erzeugungsdefizite können sie nicht ausgleichen.