Der Preis für europäisches Erdgas auf rund 54,4 Euro pro MWh an und bewegte sich damit auf dem höchsten Stand seit mehr als drei Monaten, da zunehmende Spannungen im Nahen Osten Sorgen um die LNG-Versorgung schürten. Der Fokus der Besorgnis liegt weiterhin auf Katar, dem führenden LNG-Exporteur der Region, da erneute Exportunterbrechungen am Standort Ras Laffan das weltweite Angebot wieder verknappen und es für Europa schwieriger machen könnten, die Gasspeicher vor dem Winter wieder aufzufüllen. 

Eine länger anhaltende Unterbrechung der LNG-Exporte aus der Region könnte das weltweite Angebot verknappen und europäische Abnehmer dazu zwingen, sich in einem verschärften und kostspieligeren Wettbewerb mit asiatischen Importeuren, um die verfügbaren Ladungen zu behaupten. Der durchschnittliche Füllstand der Gasspeicher in Europa liegt derzeit bei knapp über 52 %, wobei wichtige Länder wie Deutschland und die Niederlande deutlich unter diesem Wert liegen (siehe unten). 

Da bis zum Winter weniger als vier Monate verbleiben, schrumpft für Europa das Zeitfenster, um die Speicherbestände auf mindestens 80 % aufzufüllen. Die Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Flüssigerdgases und fast ein Drittel des globalen Düngemittelhandels transportiert wird, entwickelte sich erneut zu einer Hochrisikozone, und der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl kletterte wieder über die Marke von 85 US-Dollar. 

Da Erdgas den Großteil der Produktionskosten für Stickstoff ausmacht, wirken sich Unruhen rund um die Straße von Hormus unmittelbar auf die Düngemittelpreise aus.