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Stell dir vor, du arbeitest bei NPR, sitzt an deinem ganz normalen Schreibtisch und berichtest über Politik, Umwelt oder Wissenschaft – und plötzlich bauen Napalm Death nebenan am Tiny Desk ihr Equipment auf. Da musst du einfach hingehen. Und wie es der Zufall will, vertreten Napalm Death, die ein 19-minütiges Set spielten, dieselbe linke Gesinnung wie NPR – eigentlich sogar eine noch etwas radikalere, wenn man bedenkt, dass Barney Greenway zum Auftritt ein Crass-T-Shirt trug.
Die seit Jahrzehnten aktive Death-Metal- und Grindcore-Band, die letztes Jahr gemeinsam mit den Melvins das Album „Savage Imperial Death March“ veröffentlichte, hielt die Sache kurz und knackig. Die Setlist schöpfte drei Songs aus dem einflussreichen Debütalbum „Scum“ – Spaßfakt am Rande: Kein einziges aktuelles Bandmitglied war auf dieser Platte zu hören –, darunter der Opener „Instinct of Survival“ sowie die Abschlussnummern „Scum“ und der mit einem Guinness-Weltrekord ausgezeichnete kürzeste Song der Welt: „You Suffer“. (Der Text lautet „You suffer, but why?“ – was im Grunde das ist, was NPR seit Jahren sagt, oder?)
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Dass die Band die Situation vollkommen verstanden hatte, machte Greenway unmissverständlich klar. „Ich möchte sagen, dass wir hier sind, um öffentlich-rechtliches Rundfunkwesen von ganzem Herzen zu unterstützen“, sagte er dem versammelten Büropublikum. „Leider steht es von allen Seiten unter Beschuss – in Großbritannien genauso wie hier, und wir müssen es verteidigen. Es ist kostbar. Es muss erhalten bleiben.“
Karriere-Querschnitt in 19 Minuten
Der Rest des Sets der Band – bestehend aus Gitarrist John Cooke, Bassist Matt Sheridan und Schlagzeuger Danny Herrera – umfasste Songs aus ihrem jüngsten reinen Napalm-Death-Album „Throes of Joy in the Jaws of Defeatism“ sowie aus „Utilitarian“ (2012) und „Time Waits for No Slave“ (2009). Ein besonderes Schmankerl war „Dead“ aus „From Enslavement to Obliteration“. Noch einen Kaffee gefällig?