Reihe von großen grauen Energiespeichereinheiten im Freien.

CATL liefert ab 2027 5 GWh Natrium-Speichertechnologie nach Westeuropa.

(Bild: harhar38 / Shutterstock.com)

Der Batteriehersteller CATL bringt sein natriumbasiertes Speichersystem TENER nach Europa. Ab 2027 sollen 5 Gigawattstunden nach Westeuropa geliefert werden.

CATL hat mit dem niederländischen Energiedienstleister Alfen N.V. eine Absichtserklärung über die Lieferung von 5 Gigawattstunden natriumbasierter Energiespeicher nach Westeuropa unterzeichnet.

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Wie Bloomberg berichtet und die offizielle CATL-Pressemitteilung bestätigen, sollen die TENER-Systeme ab 2027 unter anderem in die Niederlande gehen. CATL spricht vom „ersten Einsatz von Natriumbatteriespeichern auf dem europäischen Markt“.

Das Timing kommt nicht von ungefähr. Der Preis für den CME-Lithiumhydroxid-Kontrakt hat sich seit Jahresbeginn deutlich erholt und notiert erstmals seit Ende 2023 wieder über 20.000 US-Dollar pro Tonne. Natrium dagegen ist weltweit mehr als tausendfach häufiger verfügbar als Lithium – und entsprechend günstiger.

Nicht nur CATL reagiert darauf: Auch GM und BYD setzen inzwischen massiv auf Natrium-Ionen-Technik.

15.000 Zyklen, 25 Jahre Lebensdauer

Das TENER-System, das CATL Ende Juni auf einer Veranstaltung in München vorstellte, ersetzt Lithium durch Natrium als Hauptrohstoff.

Die technischen Eckdaten lesen sich ambitioniert: 15.000 Ladezyklen bis 70 Prozent Restkapazität, eine Auslegung auf 25 bis 30 Jahre Betriebsdauer und über 92 Prozent Kapazitätserhalt bei minus 20 Grad Celsius.

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Jedes Modul speichert mehr als 30 Megawattstunden, ein komplettes 1-GWh-Projekt benötigt 34 solcher Einheiten.

Zweigleisige Strategie mit Großaufträgen

CATL verfolgt eine Doppelstrategie: Lithium und Natrium sollen parallel ausgebaut werden. In China sicherte sich das Unternehmen bereits einen über drei Jahre laufenden Vertrag mit Beijing HyperStrong Technology, mit dem Natrium-Ionen-Batterien mit einer Gesamtkapazität von über 60 GWh geliefert werden sollen. Das ist der bislang größte Auftrag dieser Art weltweit.

Die ersten chinesischen TENER-Lieferungen starten im September 2026, ab Juni 2027 soll dann auch weltweit ausgeliefert werden.

CATL-Chef Robin Zeng erklärte beim Weltwirtschaftsforum in Dalian, man wolle die Produktion von Natrium-Batterien zügig hochfahren. Innerhalb von drei bis fünf Jahren solle eine Jahreskapazität von über 100 GWh erreicht werden.

Insgesamt rechnet CATL für 2026 mit Batterielieferungen von über 1.000 GWh – ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr, in dem etwa 660 GWh ausgeliefert wurden.

Europäische Netze als Testfeld

Für Europa ist der Deal mehr als ein reines Liefergeschäft. CATL betonte, die Zusammenarbeit mit Alfen biete die Chance, „lokales Fachwissen über die Integration von Natriumsystemen in europäische Stromnetze aufzubauen“.

Mit einem Geräuschpegel von rund 65 dB – etwa 10 dB leiser als übliche Speicherstationen – zielt das System auch auf siedlungsnahe Standorte.

Dass Natrium-Ionen-Zellen in der Fertigung bereits Qualitäten nahe Tesla-Niveau erreichen, zeigten jüngst Forscher der RWTH Aachen bei der Analyse chinesischer Hina-Batteriezellen.

Die Internationale Energieagentur sieht 2026 als mögliches entscheidendes Jahr für die Technologie, die Lithium-Ionen bei stationären Speichern herausfordern könnte.