Newsblog zum Krieg in Nahost

Iran-Flüchtlinge: EU warnt vor Zuständen wie 2015

Aktualisiert am 05.03.2026 – 21:49 UhrLesedauer: 69 Min.

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Afghanische Flüchtlinge im Iran: Viele Menschen sind schon 2021 vor den Taliban in das Nachbarland geflohen. (Archivbild) (Quelle: Iranian Red Crescent via www.imago-images.de)

London erhöht seine Militärpräsenz am Golf. Aserbaidschan sperrt vorerst seinen Luftraum. Die EU warnt vor einer neuen Fluchtbewegung. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Die EU-Kommission hält aufgrund des Irankriegs eine Fluchtbewegung erheblichen Ausmaßes für möglich. „Falls die Krise anhalte, könnte eine humanitäre Krise in Iran und den Nachbarländern drohen, Migrationsbewegungen wie 2015″, heißt es in einem internen Bericht, der dem Magazin „Spiegel“ und dem ARD-Magazin Report aus Mainz vorliegt.

Noch verfüge man zwar über keine konkreten Zahlen zu Flüchtlingsströmen, heißt es in der EU-Protokollnotiz weiter. Doch seien schon jetzt „Bewegungen zu den ländlichen Bereichen und zur Küste“ zu beobachten. Mit Sorge beobachtet die EU-Kommission insbesondere die Situation von rund 2,5 Millionen Afghanen in Iran. Sollte das Land anhaltend destabilisiert werden, könnten sie in Nachbarländer fliehen, heißt es in der internen Korrespondenz zu einer EU-Sitzung vom Mittwoch.

Vor allem die Türkei als Hauptzielland für Flüchtlinge aus dem Iran sei „beunruhigt“, heißt es weiter. Die türkische Regierung erwägt, an der Grenze „Pufferzonen“ und eine Zeltstadt für bis zu 90.000 Flüchtlinge einzurichten, wie der türkische Innenminister am Mittwoch mitteilte.

Die USA haben die Ukraine nach Angaben Kiews um Unterstützung bei der Abwehr iranischer Drohnen gebeten. „Wir haben eine Anfrage der Vereinigten Staaten erhalten, im Nahen Osten spezifische Unterstützung zum Schutz vor ‚Schahed‘ zu leisten“, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag im Onlinedienst X mit Blick auf die Kampfdrohnen aus iranischer Produktion. Er habe angeordnet, dafür „die notwendigen Mittel“ und „ukrainische Spezialisten“ zur Verfügung zu stellen.

Heimkehrer vom Golf müssen die Kosten für ihren Rückflug wohl selbst übernehmen. Das sagt das Ministerium von Außenminister Johann Wadephul. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Nach dem Einschlag zweier im Iran gestarteter Drohnen in Aserbaidschan hat die Führung in Baku mit Vergeltung gedroht. Aserbaidschans Staatschef Ilham Alijew warf Teheran am Donnerstag einen „terroristischen“ Drohnenangriff auf einen Flughafen und in der Nähe einer Schule vor. Zugleich kündigte das Land die Sperrung seines südlichen Luftraums für den Zeitraum von zwölf Stunden an.

Die mit Aserbaidschan verbündete Türkei verurteilte den Angriff auf Aserbaidschan „aufs Schärfste“. Teheran bestritt die Attacke und beschuldigte seinerseits Israel. Allerdings gilt Israel nach übereinstimmenden Berichten als Waffenlieferant Aserbaidschans.