Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Tote nach Angriffen in Russland – Luftabwehr trifft wohl eigene Ziele
Von J. Seiferth, T. Schibilla, F. Michalski, C. Cöln, J. Hartung, M. Küper, S. Cleven, C. Siemer, P. Riesbeck, A. Janzen, T. Wanhoff, M. Kloft, J. Fischer, M. Lattemann
Aktualisiert am 18.07.2026 – 09:57 UhrLesedauer: 28 Min.
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Kiew hat eine Verantwortung für die Angriffe bislang nicht bestätigt.
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Der Ukraine gelingt wohl ein Schlag gegen Russlands Bomberflotte. Bei Angriffen auf einen russischen Onlinehändler soll es Tote gegeben haben. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Russland: Sieben Tote, Luftabwehr feuert auf eigene Ziele
Bei ukrainischen Drohnenangriffen und der mutmaßlichen Fehlfunktion eines Luftabwehrsystems in Russland sollen nach Behördenangaben mindestens sieben Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Im Gebiet Tambow starben sieben Menschen, es gebe 25 Verletzte, teilte Gouverneur Jewgeni Perwyschow bei Telegram mit. Bei den Opfern handele es sich um Mitarbeiter eines Verteilzentrums des russischen Online-Versandhändlers Wildberries. Die getroffene Stadt Kotowsk liegt rund 500 Autokilometer südöstlich von der Hauptstadt Moskau entfernt.
Am Samstagmorgen brannte das Verteilzentrum noch immer, diverse Beobachter gehen von einer Rauchsäule mit mehr als einem Kilometer Höhe aus. Was im Wildberry-Versandzentrum gelagert wurde, ist nicht bekannt.
Verwirrung lösten Aufnahmen des angeblichen Angriffs aus, die in sozialen Netzwerken geteilt wurden. Auf einem Video ist zu sehen, wie Geschosse eines russischen Pantsir-Luftabwehrsystems im Verteilzentrum des Onlinehändlers einschlagen. Ob diese Fehlfunktion letztlich zum Brand führte, ist bislang nicht bekannt. Die Angaben der russischen Behörden lassen sich nicht unabhängig überprüfen, die ukrainische Regierung äußerte sich bisher nicht zu den Angriffen.
Russische Angriffe auf Flussübergänge
Russische Streitkräfte bei Lyman mit Drohnen und gelenkten Luftbomben die Übergänge über die Flüsse Oskil und Siwerskyj Donez in der Ostukraine angegriffen. Das berichtete Wasyl Denysiuk, Sprecher der 66. selbstständigen mechanisierten Brigade der „New Voice of Ukraine“. Die russische Infanterie verliere zwar aufgrund schwerer Verluste allmählich ihre Fähigkeit, aktive Angriffe durchzuführen.
Doch Moskaus Streitkräfte übten laut Denysiuk weiterhin Druck mit Drohnen aus, unter anderem durch Angriffe auf ukrainische Versorgungswege. Die russischen Truppen versuchten, die Flüsse Oskil und Siverskyi Donets auszunutzen, die natürliche Barrieren bildeten und den Sektor Lyman teilweise isolierten, erklärte er. Sie suchten regelmäßig nach Übergängen, die von den ukrainischen Streitkräften genutzt wurden, bevor sie Brücken und Logistikwege angriffen.
Weitere Proteste gegen Selenskyj
In Kiew fordern Bürger die Wiedereinsetzung von Mychailo Fedorow. Der abgelöste Verteidigungsminister und Berater von ihm erheben Vorwürfe gegen Armeechef Syrsky.
Wadephul: Ukrainehilfe von Schuldenbremse ausnehmen
Außenminister Johann Wadephul (CDU) unterstützt die Forderung von Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD), die Ukraine-Hilfen genauso wie Verteidigungsinvestitionen von der Schuldenbremse auszunehmen. „Ich halte das für eine sinnvolle Idee“, sagte Wadephul dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Darüber muss jetzt in der Koalition diskutiert und im Herbst entschieden werden.“ Alabali Radovan hatte im Reuters-Interview auf einen solchen Schritt gedrängt, der den finanziellen Spielraum für humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe erhöhen würde. Auch der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic hatte sich gegenüber Reuters dafür ausgesprochen.