Frische, rhapsodische Unbekümmertheit
Ein bemerkenswertes Unterfangen, denn diese Urfassung ist um etwa ein Drittel länger als die übliche Fassung, die der selbstkritische Brahms 35 Jahre später schuf. Die Vorzüge, die ein erster Wurf generell hat, konnte man in der Interpretation dieser drei jungen Kammermusiker genießen. Frische, rhapsodische Unbekümmertheit und Ausschweifung zeigen sich bei einem Genie wie Brahms in Melodienseligkeit und der Ausreizung dynamischer Grenzen. Den folgen Bellom, Julien-Laferrière und Feldmann gerne. Sie geben sich der Schönheit der Melodien hin, sie lassen die Klänge bis knapp vor die Unhörbarkeit verebben und bauen dann wieder Steigerung auf, die kraftvoll bis zur Herbheit reichen. Dass Schuberts Klaviertrio in Es-Dur ebenfalls meisterlich erklang, muss nicht eigens erwähnt werden. Als Zugabe spielten die Musiker eine Romanze, die sie aus der Schubert-Oper „Die Verschworenen“ für ihre Instrumente arrangiert hatten.