Sieben Jahre später suchen die USA wieder eine Speerspitze für ihren Kampf gegen das iranische Regime – und Trump bekommt die Quittung von einigen kurdischen Gruppen. So unterstrich am Donnerstag der Präsident der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak, Nechirvan Barsani, seinen Willen zum Frieden. „Die Kurdistan-Region wird stets ein Grundpfeiler des Friedens bleiben und sich nicht auf Konflikte oder militärische Eskalationen einlassen, die das Leben und die Sicherheit unserer Bevölkerung gefährden“, hieß es in einer Erklärung Barsanis. Ein Korb für den US-Präsidenten.

Überraschend ist diese Reaktion nicht. Schließlich gibt es kaum einen Grund für kurdische Gruppen, den Amerikanern noch zu vertrauen. Gleichzeitig wäre eine militärische Beteiligung an dem Krieg ein Risiko für die kurdischen Milizen, weil sie auch in Zukunft in dieser Nachbarschaft leben müssen – auch wenn die Amerikaner wieder abgezogen sind. Die Kurden wollen offenbar nicht Trumps Kanonenfutter werden.

Das letzte Wort scheint hier aber noch nicht gesprochen. Die irakischen Kurden haben zahlreiche Kämpfer an der rund 1.500 Kilometer langen Grenze zum Iran stationiert und teilweise auch Verbindungen zur kurdischen Minderheit im Iran. Das ist natürlich sehr attraktiv für Trump. Aber ob ein Deal zustande kommen kann, hängt davon ab, welche glaubwürdigen Sicherheitsgarantien die USA den Kurden geben können. Zudem haben iranische Streitkräfte bereits kurdische Gruppen im Irak angegriffen – das wiederum könnte kurdische Gruppen in den Krieg hineinziehen.

Im Zweifel könnten kurdische Gruppen von diesem Konflikt sogar profitieren. Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte des Nahen Ostens: Die autonome Kurdenregion im Irak entstand nach dem Sturz von Saddam Hussein im Jahr 2003. Ob sich die Kurden von dieser Perspektive überzeugen lassen, ist zurzeit aber völlig offen. Der US-Präsident ist am Zug.