Der jüngste Cinematic-Trailer zu „Marvel’s Wolverine“ zeigt den Mutanten in Bestform. Doch in den Kommentaren geht es kaum um das Spiel selbst. Stattdessen dreht sich alles um physische Datenträger, wobei eine Szene als Symbol für das Ende der Disc angesehen wird.
Der in der vergangenen Woche veröffentlichte Cinematic-Trailer zu „Marvel’s Wolverine“ setzt auf eine actiongeladene Montage. Wolverine erledigt reihenweise Gegner und gerät kurz mit seinem alten Widersacher Sabretooth aneinander. Was für Fans eigentlich ein Grund zur Freude sein sollte, verwandelte sich in den vergangenen Tagen zu einer regelrechten Kommentarschlacht.
Statt über die Inszenierung zu sprechen, richten sich viele der Kommentare erwartungsgemäß gegen eine Entscheidung von Sony Interactive Entertainment. Der PS5- und baldige PS6-Hersteller möchte neue Spiele ab Anfang 2028 nicht mehr auf Disc veröffentlichen. Seitdem wird jeder Post, jedes Video und jede Ankündigung mit entsprechenden Wortmeldungen überflutet.
Kommentare verbinden Trailer-Szene mit dem Disc-Streit
Zahlreiche Teilnehmer fordern eine Rücknahme der Entscheidung. Zugleich wird eine Szene aus dem Trailer zu „Marvel’s Wolverine“ als Symbol dafür angesehen, wie Sony Interactive Entertainment physische Medien ins Nirwana schickt.
Im Video verbrennt ein Foto, das Wolverine und Jean Grey zeigt, zu Asche. Der Held rastet daraufhin aus und stürzt sich auf die Widersacher. Viele Spieler sehen darin einen unbeabsichtigten Kommentar zur laufenden Disc-Kontroverse.
So schrieb jemand: „Wolverine, der wegen des Verlusts eines Fotos durchdreht, ist momentan eine durchaus interessante Wahl für einen Trailer.“ Ein weiterer: „Logan kämpft physisch für seine physischen Medien.“ Andere Kommentatoren stimmten ein. Und so häufen sich unter dem Trailer zu „Marvel’s Wolverine“ Beiträge wie: „Wolverines wertvolles Foto verdeutlicht die Bedeutung physischer Medien.“

Hier schmilzt keine Disc dahin, aber ein anderes physisches Medium geht in Flammen auf.
Während der verzweifelte Kampf um das Foto tatsächlich auf die Debatte rund um physische Medien übertragen werden kann, ist der digitale Wandel bei diesem Medium längst erfolgt: Der größte Teil der Fotos wird heute nicht nur digital erstellt, sondern auch digital aufbewahrt. Der Vergleich hinkt natürlich und der wichtigste Unterschied liegt schlicht darin, dass Inhaber meist mehr Möglichkeiten haben, ihren Besitz zu verwalten und zu sichern. Dass aber auch digitale Fotos schneller als befürchtet abhandenkommen können, zeigte jüngst der Fall eines Xbox-Spielers.
Was macht Microsoft?
Der Unmut trifft Sony auf breiter Fläche. Zu den jüngst kritisierten Entscheidungen zählen auch die Schließung der digitalen Stores von PS3 und PS Vita sowie die Streichung von über 500 Filmen für britische Kunden, wobei der Auslöser hier auslaufende Lizenzen sind.
Andere Unternehmen schweigen verdächtig. Und auch bei Microsoft ist ein Ende der Disc-Ära nicht ausgeschlossen. Xbox Helix könnte demnach ohne Laufwerk erscheinen. Allerdings arbeitet Microsoft Berichten zufolge an einem Programm namens „Positron“, das physische Spiele in digitale Versionen überführen soll. Damit könnte der Konzern einen Weg finden, die Vorteile von disc-basierten Titeln gewissermaßen zu erhalten. Denn die jeweilige Lizenz lässt sich offenbar auch nach der Umwandlung übertragen.
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