Die Hälfte junger CD-Käufer:innen besitzt kein Abspielgerät – trotzdem legten CD-Verkäufe in den USA um 16 Prozent zu. K-Pop und BTS treiben das Wachstum.
Die CD legt in den USA wieder zu. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens „Luminate“ wurden von Januar bis Ende Juni rund 16,3 Millionen CDs verkauft. Das entspricht einem Plus von 16 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025.
Schallplatten bleiben zwar das meistgekaufte physische Musikformat, wachsen derzeit aber langsamer. Vinyl legte im selben Zeitraum nämlich lediglich um 2,4 Prozent zu. Insgesamt gingen 21,8 Millionen LPs über die Ladentische.
Zudem kamen etwa 205.000 verkaufte Musikkassetten hinzu. Zusammengerechnet stieg der Absatz der drei physischen Formate um 7,8 Prozent auf rund 38,2 Millionen Exemplare.
K-Pop und BTS treiben die CD-Verkäufe an
Einen wesentlichen Anteil am Wachstum schreibt „Luminate“ dem K-Pop-Markt zu. Veröffentlichungen aus dem Genre erscheinen häufig in mehreren Ausgaben, die sich durch Fotokarten, Bücher, Poster oder andere Beilagen unterscheiden. Für Fans wird das Album dadurch zum Sammelobjekt. Wer verschiedene Extras besitzen möchte, kauft mitunter mehrere Versionen derselben Veröffentlichung.
Besonders stark wirkte sich das Comeback von BTS aus. Das Album ARIRANG verkaufte in seiner ersten Woche 516.000 physische Exemplare in den USA. Darunter befanden sich 208.000 Schallplatten. Laut „Luminate“ war dies der höchste innerhalb einer Woche erfasste Vinylabsatz einer Gruppe seit Beginn der elektronischen Auswertung im Jahr 1991.
Der Anstieg der CD-Verkäufe lässt sich allerdings nicht vollständig mit K-Pop erklären. Rechnet man sämtliche Verkäufe des Genres aus der Statistik heraus, bleibt für den US-Markt ein Wachstum von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Viele junge CD-Käufer:innen besitzen keinen CD-Player
Die Zahlen deuten darauf hin, dass die CD für einen Teil des Publikums inzwischen eine andere Funktion erfüllt. Sie wird weniger als alltäglicher Tonträger wahrgenommen und häufiger als bezahlbares Erinnerungsstück gekauft.
Laut dem „Luminate“-Bericht besitzt ungefähr die Hälfte der CD-Käufer:innen aus der Generation Z und der Gruppe der Millennials kein Gerät, auf dem sich die erworbenen Discs abspielen lassen. Entscheidend sind für sie offenbar die Gestaltung der Veröffentlichung und die Verbindung zum jeweiligen Act. Auch der Wunsch, Musiker:innen durch einen Kauf zu unterstützen, spielt eine Rolle.
Der vergleichsweise niedrige Preis dürfte die Entwicklung ebenfalls begünstigen. CDs kosten meist weniger als neue Vinylpressungen. Zugleich bieten sie ausreichend Platz für aufwendig gestaltete Verpackungen und zusätzliche Fanartikel.
Streaming wächst parallel zum Verkauf physischer Musik
Die steigende Nachfrage nach physischen Veröffentlichungen geht nicht mit einem Rückgang des Streamings einher. In den USA erhöhte sich die Zahl der abgerufenen Audiostreams im ersten Halbjahr 2026 um 4,8 Prozent auf 732,7 Milliarden. Weltweit wuchs die Nutzung um 9,8 Prozent auf 2,8 Billionen Streams.

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CDs und Schallplatten ersetzen digitale Plattformen damit kaum. Vielmehr erfüllen beide Angebote unterschiedliche Bedürfnisse: Musik wird überwiegend online gehört, während physische Ausgaben als Gegenstände für Sammlungen und Fanarchive gefragt sind.
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