Technik,
21.07.26

Claudia Stieglecker

Durch die nichtbrennbare Sperrholzplatte als Beplankung können erhöhte Brandschutzanforderungen in Gebäuden erfüllt werden. Foto: © Fraunhofer WKI | Manuela Lingnau

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Forschende des deutschen Fraunhofer WKI haben gemeinsam mit Industriepartnern eine hochfeuerhemmende Holz-Trockenbauwand mit einer Feuerwiderstandsdauer von mindestens 60 Minuten entwickelt.

Im Vergleich zu massiven Mauerwerks- oder Betonwänden ermöglichen Trockenbauwände eine flexible, schnelle und ressourcenschonende Raumaufteilung, konventionelle Systeme basieren jedoch überwiegend auf endlichen, energieintensiven Rohstoffen wie Stahl, Gips und Zement. Trockenbauwände in Holzständerbauweise sind dazu eine nachhaltige Alternative – durch den Einsatz nichtbrennbarer Sperrholzplatten als Beplankung können die Anforderungen an „hochfeuerhemmende“ Bauteile gemäß Musterbauordnung 2002 erfüllt werden, informiert das Fraunhofer WKI. Damit seien nichtbrennbare Sperrholzplatten als Beplankung ein Ersatz für herkömmliche Gipskarton- oder Faserzementplatten.

NEUARTIGE SPERRHÖLZER

Die Forschungspartner erstellten zunächst einen Anforderungskatalog für eine nicht brennbare Sperrholzplatte sowie einen dazu passenden, hochfeuerhemmenden Wandaufbau. Auf dieser Grundlage entwickelten die Projektpartner neuartige Sperrhölzer, die umfassend hinsichtlich thermischer Stabilität, Emissionen, Geruch und mechanischer Eigenschaften charakterisiert wurden. Die brandschutztechnische Einstufung erfolgte nach der in Deutschland gültigen DIN 4102-1, ein hochfeuerhemmender Trockenbauwandaufbau vom Kleinformat (50 × 50 cm²) wurde dann erfolgreich auf die Großnormgröße (3 × 3 m²) übertragen und geprüft.



ERWEITERTE MÖGLICHKEITEN

Die neu entwickelte, nichtbrennbare Sperrholzplatte und ihr Einsatz in einer hochfeuerhemmenden Holz-Trockenbauwand erweitern die Einsatz- und Gestaltungsmöglichkeiten von Holz im Innenausbau und in der Innenausstattung, ohne dass dabei hohe Brandschutzanforderungen vernachlässigt würden, heißt es weiter. Zu den potenziellen Anwendern zählten insbesondere Unternehmen der Holz- und Holzwerkstoffindustrie inklusive forstwirtschaftlicher Zulieferer, die Trockenbauindustrie, Bauträger und Architekturbüros, das Tischlerhandwerk sowie die Möbelindustrie.


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