Foto: Auerbach Verlag/Canva / Logos: Sky / ITV
Zuletzt gab es Spekulationen, dass das Sky-Interesse abgekühlt sei. ITV hat gegenüber Journalisten nun Gegenteiliges geäußert.
Der britische Medienkonzern ITV bestätigt weiter andauernde Gespräche über einen möglichen Verkauf seines Geschäftsbereichs Media and Entertainment. Wie das Unternehmen im Rahmen seiner Jahreszahlen mitteilte, laufen weiterhin Verhandlungen mit Sky über eine mögliche Transaktion. Ob es tatsächlich zu einem Deal kommt, ist jedoch offen. Zuletzt gab es Medienberichte, wonach nach gestarteten Verhandlungen ein Abkühlen des Interesses seitens Sky und Comcast festzustellen gewesen sei.
Die Gespräche waren erstmals im November öffentlich geworden. Medienberichten zufolge könnte der mögliche Verkauf einen Wert von rund 1,6 Milliarden Pfund (etwa 1,84 Milliarden Euro) haben. Teil des Pakets wären die linearen TV-Sender von ITV sowie der Streamingdienst ITVX, während die internationale Produktionssparte ITV Studios ausdrücklich nicht Bestandteil der Verhandlungen sein soll.
Finanziell musste ITV im vergangenen Jahr einen leichten Rückgang beim operativen Ergebnis hinnehmen. Der bereinigte Vorsteuergewinn lag 2025 bei 448 Millionen Pfund (rund 514,8 Millionen Euro) und damit etwa fünf Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Konzernumsatz blieb mit 4,12 Milliarden Pfund weitgehend stabil.
Innerhalb des Unternehmens entwickelten sich die Bereiche unterschiedlich. Während das Media-and-Entertainment-Geschäft – zu dem auch die Werbeerlöse der Sender und die Streamingaktivitäten zählen – um fünf Prozent zurückging, konnte ITV Studios im gleichen Zeitraum um fünf Prozent wachsen. Die Produktionssparte gilt seit Jahren als wichtiger Wachstumstreiber des Konzerns, da sie Formate und Serien weltweit vermarktet.
Deutlich stärker fiel der Rückgang beim ausgewiesenen Vorsteuergewinn aus. Dieser wurde unter anderem durch Einmaleffekte im Vorjahr verzerrt, darunter der Verkauf von BritBox International, der die Vergleichsbasis beeinflusst.
Werbemarkt auch in UK unter Druck
Beim Werbemarkt zeigt sich ITV dagegen vorsichtig optimistisch. Für das erste Quartal 2026 erwartet der Konzern zwar weiterhin rückläufige Einnahmen aus Werbung, rechnet aber nur noch mit einem Minus von rund zwei Prozent. Das wäre weniger stark als von Analysten zuvor prognostiziert und könnte auf eine leichte Stabilisierung des Werbemarktes hindeuten.
Ob ein möglicher Verkauf des Media-and-Entertainment-Geschäfts tatsächlich zustande kommt, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob sich ITV und Sky auf die strategische Zukunft des britischen Senders und seiner Streamingaktivitäten einigen können. Für den Konzern wäre ein solcher Schritt ein bedeutender Umbau seiner Struktur.
Außerdem interessant: