Foto: Apple TV
Die Romanverfilmung „Lucky“ schickt eine Kriminelle auf die Flucht. Drei von sieben Folgen sind bei Apple TV bereits erschienen. Lohnt sich das Dranbleiben?
„Lucky“ ist fabelhaft besetzt. Unter anderem kann man hier zwei der talentiertesten Schauspielerinnen unserer Zeit vor der Kamera sehen: Anya Taylor-Joy und Annette Bening. Die eine hat nicht nur in der Netflix-Serie „Das Damengambit“ für Aufsehen gesorgt, sondern auch in herausragenden Genre-Filmen wie „The Witch“ und Furiosa mitgespielt. Die andere ist eine renommierte Charakterdarstellerin, zu deren Karriere große Klassiker wie „American Beauty“ und „Open Range“ gehören.
In Apples neuer Serie „Lucky“ spielen beide nun eine junge Betrügerin und deren Schwiegermutter, die ebenfalls in Gangster-Kreisen verkehrt. Und damit sind noch nicht einmal alle Konfliktparteien in diesem Thriller benannt.
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Darum geht es in „Lucky“
Zunächst einmal muss Lucky, gespielt von Anya Taylor-Joy in eine brenzlige Lage gebracht werden. Eine rätselhafte erste Actionsequenz gibt es gleich zum Auftakt zu sehen: Da hetzt Lucky verletzt zwischen LKWs umher, ehe sie mit vorgehaltener Waffe gestoppt wird. Schnitt. Lucky und ihr Partner befinden sich nach einem großen Coup in einem Hotel in Las Vegas. Sie genießen ihr Leben, feiern durch die Nacht.
Kurz darauf folgt das böse Erwachen: Luckys Partner ist verschwunden. Und ein Koffer voller Geld gleich mit. Lucky, die schon als Kind von ihrem mittlerweile inhaftierten Vater in die Kunst der krummen Machenschaften eingeweiht wurde, befindet sich alsbald auf der Flucht. Nicht nur vor der kriminellen Unterwelt, sondern auch vor dem FBI.
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Überlange Romanverfilmung
Warum es sieben Episoden für diese knappe Geschichte braucht, erschließt sich leider kaum. „Lucky“ basiert auf einer Romanvorlage, die nicht zuletzt über den Book Club von Hollywood-Star Reese Witherspoon bekannt wurde, die bei der Serie als ausführende Produzentin mit an Bord ist. Das ist ein schmaler Roman, unter 300 Seiten lang. Und Ja, das serielle Erzählen erlaubt natürlich auch hier ein ausgiebigeres Schwelgen in Charaktermomenten, gerade wenn es um die Aufarbeitung der Vergangenheit dieser abgebrühten und getriebenen Figuren geht geht.
Aber der dünn gestrickten Thriller-Handlung legt dieses Dehnen und Entzerren doch deutlich bremsende Steine in den Weg. Das ist eigentliche eine Geschichte des Umherreisens, eine Geschichte der Dynamik. In dem animierten Vorspann zieht sich eine rote Linie durch die Bilder. Ein zurückgelegter Weg, aber auch eine symbolische Blutspur.
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Setzt Apple TV auf die falsche Strategie?
Das Problem ist nur: Wenn es so viele Momente zum Rasten gibt, um den Plot irgendwie auf mehrere Stunden Laufzeit zu strecken, gerät das Maß an Spannung nach einem mitreißenden Auftakt doch ein wenig ins Stottern. Zumal der Stoff damit nicht nennenswert komplexer erscheint!
Außerdem hat sich Apple auch bei dieser Serie für eine wöchentliche Ausstrahlung entschieden, anstatt sie direkt zum Bingen anzubieten. Das wäre in diesem Fall tatsächlich die bessere Entscheidung gewesen! Mit den Unterbrechungen dürfte die Versuchung nämlich noch größer sein, nach ein paar Folgen einfach abzuspringen. Dafür ist dieses Format einfach zu mittelmäßig und durchschnittlich gelungen.
„Lucky“ hinterlässt trotz hochkarätiger Besetzung und einiger Twists auch deshalb einen enttäuschenden Eindruck, weil die sieben Episoden visuell wenig Reiz und Erinnerungswürdiges besitzen. Das sind trübe, kühl bebilderte Aufnahmen, die sich ästhetisch in ein Gros des Streaming-Portfolios einfügen, aber die ebenso kaum beeindruckende Bilder hervorbringen. Wenn man spannende Serienunterhaltung bei Apple TV sucht, ist man aktuell mit einem Thriller wie Kap der Angst deutlich besser beraten.
„Lucky“ läuft seit dem 15. Juli 2026 bei Apple TV. Immer mittwochs erscheint eine neue Folge.
„Lucky — Official Trailer | Apple TV“ von YouTube anzeigen