Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zehn Entwürfe für eine
geplante neue Serie von Banknoten präsentiert. Bürgerinnen und Bürger können
nun online darüber abstimmen, welche sie am schönsten finden. Der EZB-Rat soll
wahrscheinlich bis Ende 2026 einen Vorschlag auswählen. Bis die Banknoten dann
in Umlauf kommen, dauert es jedoch noch.

Der Euro ist die gemeinsame Währung von rund 358
Millionen Menschen in 21 Ländern der Europäischen Union. Seine Banknoten seien
mehr als ein Zahlungsmittel, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde bei der
Vorstellung der Vorschläge. Es sei der Notenbank wichtig, die Stimme des Volkes
dazu zu hören: »Die Banknoten gehören Ihnen.«

»Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Meinung einzubringen
und die Zukunft des Euro mitzugestalten«, sagte Bundesbank-Präsident Joachim
Nagel. Je mehr Menschen abstimmten, »desto besser spiegeln die Euro-Banknoten
künftig die Vielfalt und die Werte Europas wider«.

EZB legte zwei Themen fest

In einer Vorauswahl für die Motive der neuen Banknoten
hatte die EZB bereits Anfang vergangenen Jahres zwei Themen festgelegt, für
jedes liegen jetzt jeweils fünf Umsetzungsvorschläge vor. Das erste Thema heißt
»Europäische Kultur«. Auf der Vorderseite der Scheine sind berühmte Europäer
wie Ludwig van Beethoven, Marie Curie und Leonardo da Vinci verewigt. Die
Rückseiten zeigen etwa Darstellungen von Straßenkünstlern oder einem
Sängerfest.

Thema Nummer zwei heißt »Flüsse und Vögel«. Fokus ist in
diesem Fall die »Widerstandskraft und Vielfalt der natürlichen Ökosysteme
Europas«. Unter anderem Eisvogel und Weißstorch sind zu sehen. Auf der
Rückseite der Scheine werden europäische Institutionen abgebildet, zum Beispiel
das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und die EZB.

Neue Banknoten gegen Kriminelle

Ende 2021 hatte die Zentralbank den Prozess zur
Neugestaltung der Geldscheine angestoßen. Notenbanken entwickeln regelmäßig
neue Banknotenserien, um Kriminellen das Handwerk zu erschweren. »Mit
verbesserten und innovativen Sicherheitsmerkmalen wollen wir den Fälschern
immer einen Schritt voraus sein«, sagte Bundesbank-Präsident Nagel.

© ZEIT ONLINE

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Zudem wollen die Euro-Währungshüter die Umweltfolgen der
Produktion verringern. Ziel einer Neugestaltung sei auch, dass die Scheine
länger halten. Außerdem sollen neue Banknoten für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen besser erkennbar
sein.

Die ersten Euro-Banknoten wurden am 1. Januar 2002
ausgegeben. Seit Mai 2019 ist die zweite Generation der Scheine mit neuen
Sicherheitsmerkmalen komplett. Die Motive auf den aktuellen Euro-Banknoten sind
eher nüchtern: Bauwerke, die es in Wirklichkeit nicht gibt.

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