Nach der aktuellen 5. Ernteschätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) aus dem Juli dürfte die deutsche Getreideernte 2026 nur noch 42,7 Millionen Tonnen erreichen. Das wären 5,6 % weniger als im Vorjahr. 

Vor allem bei den Hauptkulturen zeigen sich deutliche Einbußen: Die Winterweizenproduktion dürfte um 11,7% auf rund 19,9 Mio. Tonnen sinken. Bei der Sommergerste wird sogar ein Rückgang von nahezu 20% auf 1,46 Mio. Tonnen erwartet. Auch beim Körnermais bleiben die Erträge mit geschätzten 89,9 dt/ha klar unter dem Vorjahresniveau von über 100 dt/ha, was zu einer Gesamtproduktion von etwa 4,5 Mio. Tonnen führt (-8,1%).

Trotz der Hitzeschäden liegt die Ernteerwartung noch im langjährigen Mittel.

Das verdeutlicht ein Blick auf die längerfristige Entwicklung in Europa. Die EU-Kommission hatte Ende Juni eine EU-Gesamternte von rund 273,7 Mio. Tonnen prognostiziert. Damit läge die Erzeugung zwar unter dem Vorjahr, aber in etwa auf dem Niveau des langjährigen Mittels. Der Fünfjahresdurchschnitt beträgt 274,8 Mio. Tonnen. Die Versorgungslage in Europa gilt derzeit als stabil, betonen Marktbeobachter – trotz leicht rückläufiger globaler Endbestände, insbesondere bei Weizen.