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Eines der größten Hörfunkunternehmen weltweit musste Insolvenz anmelden.

Es ist ein Hammer in der Radiowelt: Am Donnerstagmorgen hat Cumulus Media Insolvenz beantragt. Es handelt sich um einen der weltweit größten Radiokonzerne. In den USA betreibt das Unternehmen fast 400 Radiostationen, darunter namhafte Networks wie CBS Radio oder NBC Radio.

Zweite Insolvenz in den letzten zehn Jahren

Es handelt sich für das Unternehmen bereits um die zweite Insolvenz in den letzten zehn Jahren. Von November 2017 bis Juni 2018 hatte der Konzern bereits eine Restrukturierung durchlaufen.

Der Antrag, der jetzt beim US-Insolvenzgericht für den südlichen Bezirk von Texas gestellt wurde, zielt darauf ab, die Verschuldung des Senders erheblich zu reduzieren und eine Finanzstruktur zu schaffen, die auf langfristige Stabilität und Investitionen ausgerichtet ist.

Vorerst keine Auswirkungen auf den Betrieb

Cumulus erklärte, dass die Umstrukturierung während des Prozesses keine Auswirkungen auf den Betrieb der Sender für Mitarbeiter, Werbekunden und Hörer haben werde. Gemäß dem vorgeschlagenen Sanierungsplan würden alle bestehenden Finanzschulden im Austausch gegen 100 Prozent des sanierten Eigenkapitals und 50 Millionen US-Dollar in neuen Wandelanleihen getilgt.

Cumulus geht davon aus, dass das Gericht innerhalb von 60 Tagen über die Genehmigung des Plans entscheiden wird, wobei die Umsetzung auch von der Genehmigung durch die Medienbehörde FCC abhänge.

Starker Rückgang beim Hörfunk

Wie fast überall in der Welt verzeichnet der Hörfunksektor auch in den USA einen starken Rückgang. Neue, digitale Geschäftsfelder wie Musikstreaming oder Podcasts machen den klassischen Radiosendern stark zu schaffen. Hinzu kommt eine schwache Konjunktur. Die kombinierten Rundfunkumsätze bei Cumulus Media sanken um 17,2 Prozent auf 115 Millionen US-Dollar, wobei die Spot-Umsätze um 13,1 Prozent und die Netzwerkumsätze um 26,5 Prozent zurückgingen.

Mary Berner, Präsidentin und CEO von Cumulus, sagte: „Obwohl wir den Markt bei vielen unserer wichtigsten Kennzahlen übertroffen haben, darunter Marktanteilsgewinne sowohl bei den lokalen als auch bei den digitalen Einnahmen, sind die allgemeinen makroökonomischen und branchenweiten Belastungen, denen wir ausgesetzt sind, unvermindert geblieben. Vor diesem Hintergrund wurde deutlich, dass die verbleibende Schuldenlast von Cumulus unsere Fähigkeit einschränkt, das Potenzial des Unternehmens voll auszuschöpfen, und diese Vereinbarung stellt einen wichtigen Schritt nach vorne dar.“

Nach der Umstrukturierung wolle Cumulus dank einer stärkeren finanziellen Basis besser positioniert sein, um weiterhin in Premium-Inhalte, ein reichhaltigeres Zuschauererlebnis, Leistungsverbesserungen für Werbekunden und das kontinuierliche Wachstum unserer digitalen Marketingangebote zu investieren, so Berner weiter.

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