Forscher der schwedischen Universität Uppsala haben den Kaffee aus 14 Automaten in den Aufenthaltsräumen von Krankenhäusern und Pflegeheimen untersucht. Elf davon waren sogenannte „Brühmaschinen“, die Kaffeepulver mit heißem Wasser aufgießen. Die restlichen drei verwendeten ein flüssiges Kaffeekonzentrat.

Das Ergebnis der Studie: Vor allem die Brühmaschinen produzierten Kaffee mit einem sehr hohen Anteil an Cafestol und Kahweol. Dabei handelt es sich um sogenannte Diterpene, die indirekt dazu beitragen, den Spiegel des schädlichen LDL-Cholesterins zu erhöhen – und damit das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Hundertmal so hohe Werte wie Filterkaffee

Herkömmlicher Filterkaffee hingegen enthält durchgehend weniger als ein Hundertstel solcher Diterpene. Eine mögliche Erklärung: Fehlt ein feiner Filter, gelangen mehr Diterpene, die an Kaffeepartikel gebunden sind, ins Getränk. Dazu passt auch ein weiterer Befund: Kaffee, der manuell in kochendem Wasser aufgebrüht wird, hat einen noch höheren Cafestolgehalt als der aus den Brühmaschinen. Wird er hingegen durch ein Kunstfasergewebe gefiltert, verschwindet das Cafestol weitgehend.

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Der Kaffee aus der Brühmaschine hat einen ähnlichen Einfluss auf den Cholesterinspiegel, als würde man 60 Milliliter Sahne in eine Tasse Filterkaffee kippen, heißt es in der Studie. Solche Mengen seien ausreichend, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu beeinflussen. „Für Menschen, die täglich viel Kaffee trinken, ist gefilterter Kaffee vorzuziehen“, fasst Studienleiter David Iggman in einer Pressemitteilung die Ergebnisse zusammen.

Widersprüchliche Ergebnisse

Der Zusammenhang zwischen Kaffeefiltern und Diterpenen ist schon lange bekannt. „Ungefilterter Kaffee ist mit einer höheren Mortalität verbunden als gefilterter“, fand eine norwegische Studie bereits 2020 heraus. Die schwedische Studie hat nun gezielt Automaten am Arbeitsplatz untersucht – schließlich wird dort oft mehr Kaffee getrunken als zu Hause. Auf den ersten Blick hat sie frühere Befunde bestätigt. Doch einige Ergebnisse sind rätselhaft. So schnitten sowohl Stempelkannen („French Press“) als auch sogenannte Perkolatoren vergleichsweise gut ab, obwohl beide keine Feinfilter enthalten. Und die Werte der Espresso-Proben lagen fast um den Faktor 70 auseinander. (Siebträger- und Kapselmaschinen wurden nicht untersucht.)

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Cafestol pro Tasse (Quelle: David Iggman, Uppsala Universitet)

Milligramm Cafestol pro Tasse (Automaten: 137,5 Milliliter pro Tasse; Espresso: 60 ml; alle anderen: 150 ml); graue Balken: Median aller Proben; schwarze Balken: Mittelwert aus zwei Proben; Quelle: David Iggman, Uppsala Universitet

Die Autoren geben offen zu, dass die Datenlage noch löchrig ist: „Die Konzentrationen variierten erheblich zwischen den einzelnen Maschinen und innerhalb der zwei- bis dreiwöchigen Probenintervallen. Ein möglicher Einflussfaktor könnten die Reinigungsintervalle sein.“ Weitere Einschränkungen seien „geringe Stichprobengröße sowie fehlende Details zur Konstruktion der Maschinen, des Wasserdrucks, der Wassertemperatur, der Kontaktzeit mit Wasser, des Mahlgrads und des Röstgrads der Bohnen“.

Was die Lage noch unübersichtlicher macht: Diterpene haben einen zwiespältigen Einfluss auf den menschlichen Körper. Einerseits wirken sie sich nicht nur auf Cholesterin, sondern auch auf andere Lipoproteine wie Triglyceride negativ aus. Andererseits wirken sie auch Entzündungen und Krebs entgegen. Wir dürfen also noch mit vielen weiteren Kaffee-Studien rechnen.

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 27.06.2026 veröffentlicht, interessiert jedoch immer noch sehr viele unserer Leser:innen. Deshalb haben wir ihn aktualisiert und hier nochmals zur Verfügung gestellt.