OnePlus legt sich beim OnePlus Pad 4 nicht auf eine Update-Garantie fest. Es ist also unklar, ob es in zwei oder drei Jahren noch Sicherheitspatches geben wird. Gleichzeitig steht fest, dass OnePlus als Marke bald nicht mehr offiziell in Europa tätig sein wird und das senkt die Wahrscheinlichkeit langfristiger Unterstützung. Der Preis von rund 700 Euro bei amazon.de scheint als Folge dieses Rückzugs dagegen attraktiv.
Kein Versprechen, keine Verlässlichkeit
Andere Hersteller wie Samsung oder Google garantieren mittlerweile vier bis sieben Jahre Sicherheitsupdates für ihre Flaggschiffe. OnePlus übernimmt keine solche Verpflichtung bei seinem jüngsten Tablet.
Nutzer, die ihr Tablet beruflich einsetzen und auf aktuelle Sicherheitsstandards angewiesen sind, tragen ein Risiko. Allerdings gibt es ein generelles Versprechen, welches 36 Monate ab Marktstart Sicherheitspatches für neue Tablets verspricht und OnePlus verspricht auch nach dem Rückzug der Marke, seine Verpflichtungen zu erfüllen. Die EU-Richtlinien verlangen ohnehin deutlich längere Supportzeiten.
Aktuelle Software funktioniert einwandfrei
In unserem Test gefiel uns die Software des OnePlus Pad 4 richtig gut: Die vorinstallierte Oberfläche ist übersichtlich gestaltet und gut auf Multitasking ausgelegt. Parallel laufende Apps lassen sich nebeneinander platzieren, die Konnektivität mit anderen Geräten funktioniert reibungsarm.
Solange das System gepflegt wird, bietet das Bedienerlebnis keine erkennbaren Schwächen. Das Problem liegt also nicht in der aktuellen Qualität, sondern in der ungewissen Zukunftsperspektive.
Preis als Lockmittel, Risiko als Begleiter
Der reduzierte Preis wirkt wie ein Liquidationsangebot – attraktiv für Käufer, die kurzfristig sparen wollen, aber riskant für Langzeitnutzer.
Wer das Tablet nur für zwei Jahre nutzen will, bekommt viel Power für wenig Geld. Familien, die ein Gerät für die nächsten fünf Jahre planen, sollten hingegen bei Herstellern mit klarer Update-Garantie suchen.
Die wackelige Software-Support-Politik ist die größte strategische Schwäche des OnePlus Pad 4. Die vollständige Einschätzung findet sich in unserem Originaltest.
Florian Schmitt – Managing Editor Mobile – 1534 Artikel auf Notebookcheck veröffentlicht seit 2009
Als ich 2009 zu Notebookcheck kam, schrieb ich leidenschaftlich gerne über Gaming-Notebooks. Nachdem ich zwischenzeitlich beim Aufbau des Vergleichsportals Notebookinfo behilflich war und Social-Media-Konzepte für große Unternehmen wie BMW und Adidas entwickelte, kehrte ich 2012 zu Notebookcheck zurück. Nun kümmere ich mich um die Themen Smartphones, Tablets und Zukunftstechnologien und bin seit 2018 zusammen mit meinem Kollegen Daniel als Managing Editor für alle Tests zu Mobile Devices verantwortlich.