Gaming kann belastend für die Umwelt und den eigenen Geldbeutel sein. Wer auf ein paar wichtige Dinge achtet, kann beim Zocken nicht nur Strom, sondern auch Geld sparen.
Klimafreundlich Videospiele spielen, ist das möglich? Zwar ist Gaming immer mit Stromverbrauch verbunden, allerdings kannst du mit einigen Tipps deinen ökologischen Fußabdruck beim Zocken verringern. Wir verraten dir, worauf du achten kannst.
Energieverbrauch beim Spielen: So viel benötigen PlayStation, Xbox und Co.
Die Branchen-Riesen kommunizieren den Energiebedarf ihrer Konsolen offen gegenüber den Verbraucher:innen. Sony gibt für die PlayStation 5 einen Verbrauch von etwa 217 Watt an. Sogar die leistungsstärkere PS5 Pro kommt mit 216 Watt auf einen ähnlichen Wert.
Die Konkurrenz aus dem Hause Microsoft schafft bei gleicher Auflösung von 4k und 60 Frames in der Sekunde einen geringeren Energieverbrauch. Die Xbox Series X beansprucht circa 154 Watt, wie Microsoft erklärt. Die leistungsschwächere Xbox Series S benötigt nur 77 Watt, schafft aber auch nur eine Auflösung von 1440p.
Bei Nintendo fällt der Verbrauch der aktuellen Konsolengeneration deutlich geringer aus. Der japanische Spielehersteller gibt für seine Hybridkonsole Switch 2 einen Bedarf von 19 Watt an. Dieser Wert bezieht sich ausschließlich auf den TV-Modus der Konsole. Für den Handheld-Modus macht Nintendo keine Angaben. Zwar ist der Verbrauch der Switch 2 um einiges geringer als der von Xbox und PlayStation, allerdings kommt die Nintendo-Konsole nicht an die Leistung heran.
Cloud-Gaming: Wieso du Spiele lieber runterladen solltest
Selbstverständlich benötigen beim Spielen nicht nur die Konsolen den Strom. Auch dein Bildschirm oder Fernseher kann je nach Modell, Größe und Einstellungen zu einem größeren oder geringeren Verbrauch beitragen. Und um ein Spiel herunterzuladen, benötigt ein Netz Strom für die Datenübertragung. Die Daten liegen dabei auf Hochleistungsservern in Rechenzentren, die ebenfalls Energie verbrauchen. Dieser Verbrauch ist allerdings punktuell, weil die Server runterfahren, wenn sie nicht benötigt werden.
Kund:innen von Abo-Modellen wie dem Game Pass oder PlayStation Plus können einige Games direkt streamen, anstelle sie downzuloaden. Nutzt du dieses sogenannte „Cloud-Gaming„, dann werden die Daten nicht einmal heruntergeladen, sondern kontinuierlich. Die Server sind entsprechend viel länger im Betrieb und berechnen die Spiele beim Streamen. Das geht mit einem höheren Stromverbrauch einher als beim reinen Download eines Spiels auf eine Konsole.
Um deinen ökologischen Fußabdruck im Bereich Gaming zu verbessern, kannst du auf Cloud-Gaming verzichten. Wer seine Spiele auf den lokalen Speicher der Konsole runterlädt, kann dadurch umweltschonender Zocken.
Falls in Zukunft solche Rechenzentren und Server zu jeder Zeit mit erneuerbaren Energien betrieben werden, wäre das Cloud-Gaming eine gute Alternative, da die Heimkonsolen beim Streamen von Games weniger Strom benötigen. Auch wenn es keine offizielle Zahlen von Sony zu Cloud-Gaming gibt, verbraucht eine PS5 beim Streaming von Videos circa 55 Watt. Der Energiebedarf bei Cloud wird schätzungsweise nur gering höher sein.
Vermutlich macht beim Cloud-Gaming dein Internetanschluss einen Unterschied. Eine Studie des Umweltbundesamts aus dem Jahr 2020 zeigt, dass bei der Übertragung von Videostreaming weniger CO2 ausgestoßen wird, wenn ein Glasfaser-Anschluss verwendet wird. Während bei Glasfaser 2 Gramm CO2 pro Stunde emitiert werden, verdoppelt sich der Wert bei VDSL auf 4 Gramm pro Stunde. Ein ähnlicher Effekt bei Cloud-Gaming ist denkbar, allerdings gibt es dazu bisher keine Studien.
Verschiedene Energiesparmodi: Die Konfiguration kann den Verbrauch senken
Die Einstellung des Energiesparmodus kann ebenfalls zu einem geringeren Stromverbrauch beitragen und damit den Geldbeutel schonen. Je nachdem, welche Konfiguration ausgewählt ist, ziehen Konsolen mehr oder weniger Strom. Bei der PS5 liegt die Spannweite zwischen 4,71 Watt und 0,3 Watt.
Die Xbox Series X kommt im schonendsten Energiesparmodus auf einen gering höheren Wert. Hier beträgt die Spannweite 15 Watt bis 0,5 Watt. Aufgrund des maximalen Energiebedarfs von 15 Watt im Ruhemodus lohnt sich ein Blick in die Einstellungen bei der Xbox erst recht.
Schaut man sich die verschiedenen Energiekonfigurationen bei der Nintendo Switch 2 an, dann ist hier ein Stromkonsum von 0,5 Watt bis 5 Watt möglich.
Wer also Strom und Geld sparen möchte, sollte definitiv einen Blick auf die Energiesparmodi werfen. Noch besser ist es natürlich, die Konsolen komplett auszuschalten und von der Steckdose zu trennen – insbesondere wenn sie länger nicht genutzt werden.
Gebrauchte Spiele und Konsolen kaufen
Um nachhaltiger zu Zocken kannst du auch beim Kauf deiner Spiele und Konsolen ökologischere Entscheidungen treffen. Klar ist es verlockend, ein frischverpacktes Game zu öffnen. Aber wer Spiele oder Hardware gebraucht kauft, tut nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern schont zusätzlich den eigenen Geldbeutel.
Insbesondere wenn neue Konsolengenerationen erscheinen, werden ältere Modelle weiterverkauft. Oftmals werden Vorgänger-Modelle auch nach dem Release neuer Hardware weiterhin für wenige Jahre mit neuen Spielen versorgt. So wurde beispielsweise „God of War: Ragnarök“ im November 2022 sowohl für die PS5 als auch für die PS4 herausgebracht – und das zwei Jahre nach dem Start der PS5 im November 2020.
Du siehst: Mit bereits einfachen Schritten kannst du um einiges nachhaltiger Zocken. Achte auf deine Einstellung des Energiesparmodus, vermeide Cloud-Gaming und versuche Hardware gebraucht zu kaufen. Die Umwelt und dein Geldbeutel werden dir dankbar sein.
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