Der französische Präsident Emmanuel Macron hat bei einem Besuch im Waldbrandgebiet an das Durchhaltevermögen der Einsatzkräfte appelliert. Sie dürften bei der Bekämpfung des riesigen Waldbrands nicht den Mut verlieren und müssten stark bleiben, sagte Macron in Bordeaux im Südwesten Frankreichs, wo er das Einsatzzentrum der Feuerwehr besuchte.

Ab Dienstag wird in weiten Teilen Frankreichs eine neue Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 40 Grad erwartet. Hohe Temperaturen könnten die Löscharbeiten weiter erschweren.

»Die kommenden Wochen werden hart«, räumte der Staatschef ein und rief zum Zusammenhalt auf. »Gemeinsam werden wir diesen Kampf gewinnen.« Angesichts wachsender Kritik an der Regierung und den Behörden sagte Macron, man ziehe keine Bilanz mitten im Kampf.

Landesweit 116.000 Hektar durch Brände verwüstet

Zeitweise hatte der seit vergangener Woche wütende Brand sich in einen sich selbst anfachenden Feuersturm verwandelt und dabei Hunderttausende Menschen zur Flucht aus ihren Häusern gezwungen. Das Feuer hat sich laut Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez inzwischen stabilisiert, sei aber noch nicht unter Kontrolle. Ein kleinerer Waldbrand im Südwesten des Landes ist Macron zufolge allerdings eingedämmt worden.

Unterstützung bei der Brandbekämpfung erhält Frankreich unter anderem aus Deutschland. Am Montagvormittag sind nach
Angaben des Bundesverteidigungsministeriums zwei Transporthubschrauber
der Bundeswehr und Löschmaterial in den Südwesten Frankreichs entsandt worden. Der Einsatz sei zunächst auf fünf Tage begrenzt.

Durch den Brand zwischen Bordeaux und der Atlantikküste wurde bislang eine Fläche von mindestens 42.000 Hektar verwüstet. Landesweit sind in diesem Jahr bisher bereits 116.000 Hektar abgebrannt. In Zukunft müsse der Wald anders wieder aufgeforstet werden, sagte Macron in Bordeaux. Pflanzen und Bewirtschaftung müssten besser an die Herausforderungen des Klimawandels angepasst werden.

Feuer wüten auch in Spanien und Portugal

Auch Spanien ist von Waldbränden betroffen. Die Feuer wüten unter anderem in der Umgebung der Hauptstadt Madrid sowie im Osten des Landes nahe der Stadt Valencia. Etwa 75.000 Menschen mussten bisher in Sicherheit gebracht werden. Laut der EU wurde landesweit eine Fläche von 80.000 Hektar zerstört. Innenminister Fernando Grande-Marlaska sagte, ab Mittwoch sei die
Wettervorhersage »äußerst ungünstig«. Dann werden Temperaturen von 40 Grad erwartet. 

Die EU teilte mit, zusätzliche Flugzeuge zur Brandbekämpfung nach Spanien zu entsenden. Die Einsatzkapazitäten der Europäischen Union seien jedoch zunehmend erschöpft, sagte die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib, der Nachrichtenagentur AFP. Es sei zu befürchten, dass die Einsatzkräfte bald andernorts gebraucht
würden. Ungarn, der Slowakei und Tschechien stünden »extreme
Bedingungen bevor«. Zudem verwies die EU-Kommissarin auf mehrere
Waldbrände in Portugal. 

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