Friedrichshain – Die Jeans saß gefährlich knapp über dem Hintern, die Rasta-Locken flogen! US-Musiker Lenny Kravitz sorgte bei seinem Tour-Auftakt in der Uber Arena für Begeisterung, der Mann ist so heiß mit seinen 62 Jahren! Dennoch gab es auch ernste Momente. Kravitz rief zu einer Schweigeminute für die Opfer des Terror-Angriffs beim Christopher Street Day auf. Er trat ans Mikrofon und sagte: „Berlin ist die Stadt der Liebe, die Stadt der Freiheit. Die Dunkelheit wird uns nicht aufhalten, dafür auf der Straße zu kämpfen.“ Jubel!
Den gab es nicht nur für den Sex in seiner Stimme, die eine enorme Bandbreite hat. Beachtlich ist auch der Stilmix seiner Songs: Man hört Metal, Rock, Jazz, Pop, bis hin zu Blues-Balladen. Schon zum Start gab es viel Druck mit „Bring It On“ und „Dig In“, bei „Always On The Run“ oder „Fly Away“ röhrten die vielen Hardcore-Fans im Saal mit.
Am Ende genießt Kravitz das Bad in der Menge
Dabei tanzt Kravitz ohne Ende, bedient ein halbes Dutzend Gitarren, geht oft tief in die Knie. Dennoch lässt er seinen Musikern viel Raum für Soli – der fulminanten Jas Kayser am Schlagzeug und Craig Ross an der Lead-Guitar. Mit ihm arbeitet Kravitz schon seit 1991. Aus dem Jahr stammt auch sein bekanntester Song „It Ain’t Over ’Til It’s Over“, den Kravitz hier mit sehr hoher Tonlage singt. Die Halle tobte!
Die üblichen Rockstar-Gesten durften natürlich nicht fehlen. Seine Handtücher zum Schweißabtrocknen warf Kravitz ins kreischende Publikum, eines steckte er sich kurz davor grinsend in den Hosenbund. Glück, wer diese Trophäe erwischte!
Am Ende traut sich Kravitz etwas. Er springt von der Bühne, läuft einmal ringsum durch die Menge in der Arena, gibt Autogramme, lässt sich fotografieren und anfassen, während die Band auf der Bühne spielt, die Fans seine Hymne „Let Love Rule“ in einem Endlos-Kanon singen. Ein magischer Moment, einer von vielen an dem Abend.
Haben Sie einen Fehler in diesem Artikel entdeckt? Dann schreiben Sie uns gern: fehler.melden@bz.de.