„Der Islam lehrt den Schutz des menschlichen Lebens“: Das Islamische Kulturzentrum Graz nimmt Stellung zum islamistischen Attentat auf die Pride-Parade in Berlin.

Zwei Tage nach dem Terroranschlag am Rande des Christopher Street Day in Berlin meldet sich das Islamische Kulturzentrum Graz zu Wort und verurteilt die islamistische Attacke. Abdul B. fuhr am Sonntag während der Pride-Parade mit einem Auto in eine Menschenmenge und hat dabei eine Person getötet und mehrere verletzt. Der Täter wurde später im Zuge eines Polizeieinsatzes erschossen, jetzt haben Ermittler auf seinem Handy ein Bekennervideo sichergestellt, auf dem er den Treueschwur auf die Terrororganisation Islamischer Staat leistet.

„Der Islam lehrt den Schutz des menschlichen Lebens, den Respekt vor der Würde jedes Menschen und die Verantwortung, Frieden und Gerechtigkeit zu fördern.“, schreibt das Islamische Kulturzentrum Graz, das die große Moschee in der Laubgasse betreibt, in einem Posting in den sozialen Medien. Die Berichte aus Berlin habe man „mit großer Bestürzung zur Kenntnis genommen“.

„Wir verurteilen jede Form von Gewalt, Hass und Extremismus“

„Wir verurteilen jede Form von Gewalt, Hass und Extremismus – unabhängig davon, gegen wen sie sich richtet oder von wem sie ausgeht“, heißt es in der Stellungnahme weiter. „Jeder Angriff auf Menschen aufgrund ihrer Religion, Herkunft, Weltanschauung, Nationalität oder anderer persönlicher Merkmale ist ein Angriff auf die Grundwerte von Menschlichkeit, Würde und friedlichem Zusammenleben.“

Damit wehrt sich das Kulturzentrum dagegen, dass im Namen des Islam Terroranschläge verübt werden. „Pauschale Schuldzuweisungen, Hassrede und die Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsgruppen“ dürfe keinen Platz haben. „Gemeinsam tragen wir Verantwortung dafür, dass Europa und vor allem Österreich ein Land bleibt, in dem Menschen unterschiedlicher Religionen, Kulturen und Überzeugungen in Sicherheit, Freiheit und gegenseitigem Respekt zusammenleben können.“

Das Kulturzentrum steht selbst immer wieder im Zentrum von politischen Debatten. Zuletzt gab es im Zuge der „Operation Luxor“ eine Razzia in der Moschee und Wohnungen von führenden Mitgliedern des Vereins – nach drei Jahren wurden alle Ermittlungen gegen das Kulturzentrum eingestellt.