Tor:
Samuel Sahin-Radlinger geht erneut als klare Nummer eins in die Saison. Es ist anzunehmen, dass es seine letzte am Verteilerkreis sein wird, sein Vertrag läuft mit Saisonende aus. Der 33-Jährige ist an guten Tagen ein sehr solider Bundesliga-Goalie, mehr aber auch nicht. Mirko Kos ist weiterhin die Nummer zwei, zudem steht neben Lukas Wedl auch noch der 21-jährige Kenan Jusic im Profi-Kader. Die Zukunft soll aber einem anderen gehören: Stefan Blazevic. Der 19-Jährige wird bei den Young Violets als Einser starten und soll sich dort so aufdrängen, dass er im nächsten Sommer ein ernsthafter Kandidat als Goalie der Kampfmannschaft ist.
Fazit: Die Vertragsverlängerung Sahin-Radlingers hat in der Vorsaison für einige kritische Stimmen gesorgt. Dass sich der Oberösterreicher mit 33 Jahren noch großartig verbessert, ist nicht anzunehmen. Doch mit Blazevic ist für die Zukunft ganz gut gesorgt.
Abwehr:
Aleksandar Dragovic wird voraussichtlich seine letzte Saison als Abwehrchef der Veilchen bestreiten. Der 35-Jährige ist nicht nur durch seine Routine und seine Präsenz unverzichtbar, sondern vor allem im Spielaufbau essentiell. Neuzugang Ibrahim Buhari bringt mit seinem Speed und seiner Physis ein neues Element in die Dreierkette ein, gut möglich, dass er rasch einen Stammplatz hat. Vor allem, weil Philipp Wiesinger perspektivisch auf die linke Position rücken könnte. Neuzugang Jonas Feddersen ist nämlich der einzige Linksfuß für die Dreierkette, hat in der Vorbereitung mit guten Leistungen überrascht und ist näher an den Profis dran, als zu diesem Zeitpunkt eigentlich vorgesehen war. Wenn voll fit, ist Johannes Handl immer ein Thema für die Startelf. Dejan Radonjic geht ohne große Chancen in sein letztes Vertragsjahr, Valentin Toifl wird es schwer haben, sich durchzusetzen.
Reinhold Ranftl hängt mit 34 Jahren noch eine Saison dran und ist als rechter Wingback weiterhin der Platzhirsch. Mit Daniel Nnodim hat sein 18-jähriger Konkurrent in der Vorbereitung aber ordentlich aufgezeigt und wird wohl mehr Spielzeit bekommen, als Ranftls bisherige Backups. Marijan Österreicher wird da kaum eine Chance haben. Außer Ranftl rückt gelegentlich auf die linke Wingback-Position. Dort ist Taeseok Lee gesetzt, soll aber noch verkauft werden. Mit Matteo Schablas gibt es eine vielversprechende Alternative mit Bundesliga-Reife – hinter dem 21-Jährigen ist aber weit und breit niemand zu sehen.
Fazit: Dragovic und Wiesinger sind vor allem in Sachen Spielaufbau weiterhin unerreicht bei den Veilchen. Die Neuzugänge müssen erst beweisen, dass sie diese Rollen perspektivisch einnehmen können. Auf den Wingback-Positionen stehen hinter den beiden etablierten Stammkräften Talente parat. Allzu breit ist der FAK in der Abwehr aber nicht aufgestellt.
Mittelfeld:
Manfred Fischer ist als Kapitän der einzige Routinier in einem sehr jungen Mittelfeld. Neben dem Achter gibt es einen heißen Kampf um die Sechser-Position. Philipp Maybach, der mit seinen 18 Jahren schon 34 Profispiele in den Beinen hat, und Kang Hee Lee, der auch in der Dreier-Abwehrkette spielen kann, sind zwei Spieler, die brav ihre Position halten. Florian Wustinger, der nach seiner langen Verletzungspause so gut in Schuss ist wie zuvor wohl noch nie, ist vom Radius her umtriebiger. Auch Vasilije Markovic kann in der Zentrale spielen, tut sich aktuell aber in der offensiveren Rolle noch leichter.
Dort gibt es aber namhafte Konkurrenz. Sanel Saljic läuft in dieser Saison mit der Rückennummer 10 auf und soll beweisen, dass er konstant das Offensivspiel der Veilchen mittragen kann. Moritz Wels ist nach seiner Leih-Saison bei der WSG Tirol zurück und hat definitiv das Zeug, rasch zur Stammkraft zu werden. Youngster Romeo Mörth soll erste Talentproben abgeben.
Fazit: Es gibt sehr viele Spieler mit Potenzial, sie müssen aber erst beweisen, dass sie imstande sind, nicht nur frischen Wind zu bringen, sondern konstant Verantwortung zu übernehmen und Leistung zu bringen. Die Gefahr, dass zu viele Spieler noch zu oft Wellentäler durchschreiten müssen, ist gegeben.
Angriff:
Mit neun Toren und sieben Assists war Johannes Eggestein in der Vorsaison das Um und Auf in der violetten Offensive. Daran hat sich nichts geändert. Der Deutsche ist einer der Schlüsselspieler – auf und neben dem Rasen. Er soll jungen Talenten wie Hasan Deshishku Vorbild sein. Neuzugang Julian Hettwer besticht durch Speed und Abschlussstärke, kann auch auf dem Flügel eingesetzt werden, wird aber noch einige Wochen brauchen, um nach seiner Seuchensaison in Düsseldorf wieder voll bei Kräften zu sein. Noah Botic und Manprit Sarkaria arbeiten nach ihren schweren Verletzungen an ihren Comebacks, werden zunächst aber nicht helfen können. Kelvin Boateng war über weite Strecken der Vorbereitung verletzt und könnte noch verkauft werden. Abdoulaye Kante wird keine große Rolle spielen.
Fazit: Alles steht und fällt mit Eggestein. Sollte der Deutsche in ein Formtief fallen oder einige Zeit nicht zur Verfügung stehen, hat die Austria in der Offensive definitiv ein Problem.