Stand: 29.07.2026 08:55 Uhr
Barock zum Mitsingen, Mitklatschen und Mitfühlen: Die „Barokksolistene“ verwandeln die Kulturwerft Gollan mit ihren „Alehouse Sessions“ in einen Pub des 17. Jahrhunderts. Folk, Lebensfreude und Publikumsnähe stehen dabei im Mittelpunkt.
Die insgesamt zehn Musikerinnen und Musiker gehen in Lübeck und Elmshorn (Kreis Pinneberg) mit dem Publikum auf eine Kneipentour durch Europa im 17. und 18 Jahrhundert. Musikalisch Station macht die Gruppe „Barokksolistene“ in Dänemark, Schweden, Norwegen und England.
Verbindung zum Publikum ist wichtig
Für den norwegischen Frontmann und Violinisten Bjarte Eike ist es ganz wichtig, eine Verbindung zum Publikum aufzubauen. Denn das Programm „The Alehouse Sessions“ ist angelehnt an einen Abend im Pub. „Egal, ob es Barock oder Folkmusik, improvisiert oder ein Popsong ist, das spielt keine Rolle. Entscheidend ist, was hier und jetzt zwischen uns und dem Publikum passiert.“
Immer wieder animiert Bjarte Eike das Publikum zum Mitsingen. Die Gäste sind begeistert und wollen am liebsten mittanzen, wie eine Besucherin feststellt: „Es war schwer für einen selber still zu bleiben dabei.“ Mittanzen gestaltet sich nur etwas schwierig, weil das Konzert bestuhlt ist.
Lebendiges Konzert: Auf der Bühne ist nie Stillstand
Zwei Tänzerinnen bringen unter anderem traditionelle norwegische Tänze auf die Bühne. Auch die acht Musiker sind immer in Bewegung und nutzen die ganze Bühne. Niemand hat einen festen Platz. Das macht das rund zweistündige Konzert so lebendig. Das Barock-Ensemble besteht aus unterschiedlichen Nationalitäten. Jeder bringt einen anderen Musikstil und eine andere Pubkultur mit.
Gäste sind begeistert und wünschen sich Freibier
Eine Besucherin hat das Gefühl, in einer Kneipe zu sein. Ein Gast hatte einen Verbesserungsvorschlag: Er hätte sich von Anfang an Freibier gewünscht, doch musikalisch sei es ein großes Highlight gewesen, sagt er lachend. Viele Gäste sehen die Band nicht zum ersten Mal und sind begeistert: „Es ist immer wieder toll und mitreißend und macht einfach gute Laune. Man kriegt das Lächeln gar nicht aus dem Gesicht. Ich bin die ganze Zeit am Rumtanzen“, schwärmt eine Besucherin.
Kulturwerft Gollan in Lübeck wird zum Pub
Das Konzert findet in der Kulturwerft Gollan statt, eine große, alte Werfthalle mit viel Backstein und gemütlicher Beleuchtung. Aber es fühlt sich eher so an, als würde das Publikum in einem Pub sitzen, fehlt nur noch das Bier. Das findet auch Violinist Bjarte Eike und ruft ins Publikum. „Ein Bier wäre gut, oder? Wir haben ein Motto in dieser Gruppe: ‚Let’s party, like it’s 1699‘.“ Auf der Bühne trinken die Musikerinnen und Musiker immer mal wieder Bier und prosten dem Publikum zu.
Barock trifft auf Folk
Musikalisch trifft Barock auf Folk, erklärt Bjarte Eike: „In der barocken Zeit waren Kunstmusik und Folkmusik viel näher.“ Er habe in seiner Heimat immer norwegische Folkmusik gespielt. „Das ist in Skandinavien ganz normal. Diese Verbindung zwischen den alten Melodien und der Komposition in dieser Mischung zwischen Folk- und Kunstmusik. Das hat mich seit 30 Jahren interessiert.“
Es ist ein Abend voller Lebenslust und toller Musik zum Mitschunkeln. „Das hat mir jetzt sehr gut gefallen. Das war etwas ganz Anderes. Ich habe solche Musik noch nie live gesehen und ich fand es toll“, zeigt sich eine Besucherin begeistert. Ein andere Gast zieht ebenfalls ein positives Fazit: „Es war sehr abwechslungsreich und künstlerisch eine tolle Leistung.“

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