Die dreiköpfige Band Future Palace bringen am 31. Juli ihr neues Album „Resurgence“ auf den Markt. Thematisch setzt sich das Album, wie bereits sein Vorgänger „Run“, mit inneren Konflikten und persönlicher Entwicklung auseinander. Der Albumtitel steht dabei für das Wiederaufstehen und die Fähigkeit, aus schwierigen Erfahrungen neue Kraft zu ziehen.

Atmosphärischer Auftakt mit Mut zum Experimentieren

Der Introsong „Deep Blue“ greift lyrisch die Angst auf, den eigenen Platz im Umfeld zu verlieren und irgendwann nicht mehr genug zu sein. Das Bild des tiefen, stillen Meeres begleitet dabei den Song immer wieder. Sonarartige Melodieelemente greifen dieses Bild perfekt auf. Dadurch entsteht eine besondere Unterwasseratmosphäre.

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Gesanglich liefert Maria Lessing eine absolute Glanzleistung ab. Sowohl Clean- als auch Unclean-Vocals sitzen perfekt und werden von den Instrumenten wunderschön begleitet. Ein unfassbar gelungener Einstieg.

Mit „Resurge“ wird es deutlich experimenteller. Manuel Kohlert verriet, dass sich der Song bereits beim Schreiben stark nach Nu Metal angefühlt habe. Zusätzlich ließ er sich für das Instrumental von dem Videospiel Solatorobo inspirieren. Der Song bindet nicht nur Record Scratches ein, sondern auch Sprechgesang. Dieser wirkt vielleicht zunächst ungewohnt, aber nichts Neues für die Band. Somit sind bereits einige klassische Nu-Metal-Boxen abgehakt und der Beweis steht: Experimente können auch auf Anhieb gut verlaufen!

Nach der kurzen Eingewöhnung an den Sprechgesang knüpft „Supernova“ genau dort an. Elektronische Elemente treffen einen nahezu himmlischen Refrain. Dadurch entsteht ein stimmiges Gesamtbild. Gerade diese Vielseitigkeit hält den Song durchgehend spannend. Besonders die Bridge sticht hervor: Akustikgitarren und eine langsam anwachsende Melodie gehen nochmal richtig unter die Haut und sorgen für einen emotionalen, runden Abschluss.

Future Palace in Bestform

„Disintegrate“ und „The Shades“ ähneln sich in ihrem Grundaufbau. Kraftvolle Refrains treffen auf druckvolle Gitarren und entwickeln enormes Ohrwurmpotential. „Nixy“ hebt sich durch seine pure Wucht ab. Aggressive Unclean-Vocals und ein treibender Rhythmus verleihen dem Song eine enorme Wucht. Geleichzeitig sorgt der überraschend tanzbare und eingängige Refrain dafür, dass er zu einem der größten Highlights der Platte wird. Wo wir bei herausstechenden Momenten sind: „Thorns“ und „Ebb and Flow“ schlagen andere Töne an. Beide Songs beginnen mit Melodien, die beinahe an modernen Melodic Metal erinnern. Während „Thorns“ im weiteren Verlauf deutlich härter wird, behält „Ebb and Flow“ seine ruhige, atmosphärische Art bei und geht ordentlich unter die Haut.

Ein weiteres Highlight folgt mit „Nighfall“. Bereits das Intro lässt Großes erwarten. Ruhige, kontrollierte Melodien treffen auf mächtige Unclean-Vocals. Für einen Moment hält der Song inne, nur um anschließend mit voller Wucht über einen hineinzubrechen. Vor allem der Refrain sorgt für Gänsehaut. Hier greift einfach jedes Element perfekt ineinander. Gleichzeitig bekommt jeder Bestandteil genügend Raum, um für sich selbst zu glänzen. Ein absoluter Playlist-Favorit. „Symphony of the Clouds“ knüpft hier sehr gut an, während es auch hier etwas emotionaler wird fehlt jedoch das gewisse Etwas seines Vorgängers. Trotzdem ein durchaus gelungenes Lied!

Zwischen Ballade und Breakdown

 Mit „Tidal Waves“ schlägt Future Palace überraschen sanfte Töne an. Die Melodie erinnert anfangs stellenweise an den typischen Pop-Sound aus 2015 und erzeugt dadurch eine hoffnungsvolle Atmosphäre. Die Lyrics könnten stellenweise genause gut in einem High-School-Musical-Soundtrack funktionieren. Das Ergebnis ist eine Ballade mit ganz eignem Charme und einer Prise Kitsch. Sicherlich nicht jedermanns Sache, aber auch ein weiterer Beweis für das musikalische Können des Trios.

Den Abschluss bildet „Cyclone“, das komplette Gegenstück zu „Tidal Waves“ und gleichzeitig ein würdiger Schlusspunkt. Ein episches Intro, wuchtige Gitarren und intensive Dynamik geben Future Palace noch einmal die Möglichkeit zu glänzen. Besonders der Breakdown sorgt dabei für einen letzten Höhepunkt und rundet das Album gekonnt ab.