Zuletzt ließ Parensen öffentlich wissen, dass auch Szymon Wlodarczyk und Seedy Jatta bei passenden Angeboten den Klub verlassen können. Sollte das passieren, muss Sturm sich auch ganz vorne noch einmal umschauen. Die beiden bildeten in den Spielen gegen die Hearts den Stamm vorne drinnen, blieben aber ohne Torerfolg.

Eine Ode an den Seedy

Wobei diese beiden Angreifer aus meiner Sicht differenziert zu betrachten sind. Der Pole, der von einer Leihe zurückkam, bemüht sich, wirkt aber über weite Strecken des Spiels, als wäre er nicht in das Geschehen am Feld integriert. Dazu kommen oft falsche Entscheidungen und ein, wohl den Misserfolgen der letzten Jahre geschuldet, komplett fehlendes Selbstvertrauen, was sich an der kläglich vergebenen Torchance im Tynecastle Park am Dienstag versinnbildlichte.

Jatta hingegen ist unermüdlich unterwegs, bindet Gegenspieler, behauptet vorne unzählige Bälle und lässt sich durch nichts unterkriegen. Nicht durch ein umstritten aberkanntes Tor in Edinburgh, nicht durch monatelange, teils rassistische Beschimpfungen im eigenen Stadion.

Nicht umsonst haben von Mika Biereth abwärts noch alle Top-Stürmer der Grazer der letzten Jahre festgehalten, dass ihnen Seedy Jatta der liebste Partner vorne drinnen war. Er schafft Räume und beschäftigt die gegnerische Abwehr unentwegt.

Sturm braucht nur noch den Angreifertyp, der diese Räume auch nutzen kann. Vielleicht wurde dieser mit Nelson Weiper in Mainz gefunden, vielleicht wird es Leon Grgic sein, mit dem nach seiner Knieverletzung voraussichtlich ab Oktober wieder zu rechnen ist.

ORF-Schmähbrüder

Das Tore-Schießen hat Jatta, den einst Andreas Schicker von Valarenga Oslo nach Graz geholt hat, freilich nicht erfunden, wie auch zuletzt im Europacup wieder zu sehen war. Aber was er an Mehrwert für eine Mannschaft einbringen kann, wird vielfach unterschätzt und von den meisten nicht (an)erkannt.