Am Samstag wird wegen zwei angemeldeter Demonstrationen erneut die Fernpassstraße (B 179) gesperrt. Zwischen 9.45 und 12 Uhr geht zwischen dem Bereich Reutte/Katzenberg und Nassereith/Rastland nichts mehr. Auch das Hahntennjoch ist zu.

Reutte, Nassereith – Nach der Fernpass-Sperre am 27. Juni wird die wichtige Nord-Süd-Verbindung am 1. August erneut blockiert. Grund sind zwei angemeldete Versammlungen im Bezirk Reutte und im Bezirk Imst. Da ausgerechnet an diesem Wochenende in den deutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg die Sommerferien starten, ist mit hohem Verkehrsaufkommen zu rechnen.

Wogegen wird demonstriert?

Eine Bürgerinitiative macht erneut vor allem gegen das „Fernpasspaket“ der schwarz-roten Tiroler Landesregierung mobil. Das Paket wurde im Vorfeld der Demos auch von der Alpenkonvention-Rechtsservicestelle CIPRA kritisiert. Sie sah den Fernpasstunnel-Bau im Widerspruch zur Konvention.

Wann wird was genau gesperrt?

Die Sperre betrifft die Fernpassstraße (B 179) am 1. August zwischen 9.45 und 12 Uhr. Ein Passieren des Fernpasses nach Norden oder Süden ist in diesem Zeitraum nicht möglich.

Zeitgleich wird zum Schutz der Bevölkerung vor möglichem Ausweichverkehr und der Aufrechterhaltung der Verkehrs- und Versorgungssicherheit die Hahntennjochstraße (L 246) für den gesamten Verkehr gesperrt. Eine Umfahrung des Fernpasses über das Hahntennjoch ist damit nicht möglich.

© Land Tirol

Gibt es Ausnahmen?

Die Sperren auf der B 179 Fernpassstraße im Bereich Reutte/Katzenberg sowie Nassereith/Rastland gelten für den gesamten Verkehr. Es gibt keine Ausnahmen für AnrainerInnen. Lediglich Einsatzfahrzeuge dürfen die Sperren passieren.

AnrainerInnen, die entlang der Hahntennjochstraße wohnen, können die Straße auch während der festgelegten Sperrzeiten nutzen.

Kann ich mit dem Fahrrad durchfahren?

Nein. Die Sperren gelten auch für alle Fahrzeugtypen – also auch Fahrräder.

Was, wenn ich in dem Gebiet Urlaub mache?

Die Sperren der Fernpassstraße betreffen die Bereiche Reutte/Katzenberg sowie Nassereith/Rastland. Zwischen den beiden Sperren (also beispielsweise zwischen Heiterwang und Ehrwald) kann die Fernpassstraße ohne Einschränkungen genutzt werden.

Eine An- oder Abreise aus der Region zwischen den beiden Sperren ist über die B 187 Ehrwalder Straße (Richtung Garmisch-Partenkirchen) oder die L 21 Berwang-Namloser Straße (Richtung Lechtal) möglich.

Gibt es eine Ausweichroute?

Generell wird empfohlen, die Strecke großräumig zu umfahren, beispielsweise über Vorarlberg und den Arlberg. Die Route führt über die A96 Richtung Lindau und weiter über die österreichische Rheintalautobahn A14 Richtung Tirol und Westösterreich.

Weitere Möglichkeit: über die Autobahn A8 von München bis zum Inntal-Dreieck und dann über die A93 bei Kiefersfelden auf die Inntalautobahn A12. Auch ein Ausweichen über den Achenpass (B181) ist möglich. Wer weiter nach Italien will, kann wie sonst auch die Brennerautobahn Richtung Südtirol nehmen.

Ist mit Staus zu rechnen?

Urlauber müssen auf all diesen Strecken an Samstagen grundsätzlich mit viel Verkehr rechnen – an diesem Wochenende ganz besonders, da die Sommerferien in Süddeutschland anfangen.

Wie will die Polizei ein Verkehrschaos verhindern?

Seitens der Polizei werden bereits an der Grenze zu Deutschland (Vils/Füssen) Kontrollen durchgeführt und Informationen zur Sperre gegeben. An diesem Tag gelten zudem die Fahrverbote für den Ausweichverkehr (Ortsdurchfahrt Nassereith, L 69 Reuttener Straße Fahrtrichtung Pflach, L 288 Pinswanger Straße Fahrtrichtung Pflach und Zufahrtsstraße Heiterwang in Fahrtrichtung Norden).

Zudem wird auch die L 246 Hahntennjochstraße für den Verkehr gesperrt. In Reutte Süd, vor Vils und im Bereich Ehrwald-Schanz werden zudem die Dosierampeln eingesetzt, um den Verkehr flüssig zu halten.

Wie laufen die Kundgebungen ab?

Der Ablauf der Kundgebungen am 1. August gestaltet sich im Wesentlichen gleich wie schon bei den „Premieren-Demos“ am 27. Juni, damals ebenfalls an einem Samstag. Dieses Mal sollen jedoch Politik und Bevölkerung in den Austausch treten. Bis auf die Regierungsparteien ÖVP und SPÖ hätten alle Landtagsparteien zugesagt, sagte Ludwig Gruber, Sprecher der veranstaltenden Bürgerinitiative „Lebensraum Gurgltal Außerfern Mieminger Plateau“, am Montag. Man versammle sich erneut an zwei Bereichen an der B179 – einmal bei Nassereith/Rastland im Bezirk Imst, einmal in Reutte/Katzenberg – um dann gemeinsam zum jeweiligen Kundgebungsort zu marschieren.

700 Personen hatten an den Demos am 27. Juni teilgenommen. Mit ungefähr derselben Anzahl rechnete Gruber auch am Samstag. Die Demonstrationen Ende Juni hatten – entgegen ursprünglichen Befürchtungen – keinerlei Verkehrschaos ausgelöst. Seitens des Landes rechne man dieses Mal aufgrund der Ferien in Bayern und Baden-Württemberg mit mehr Verkehr. (TT.com)

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Bilder von der Demo

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