Der Zusammenhang zwischen finanziellem Stress und Gehirngesundheit in einer Langzeitstudie (2026) - Bild 1.

Finanzieller Stress und Gehirnfunktion könnten zusammenhängen – Illustration durch KI

Nur wenige Menschen sind sich bewusst, dass unbezahlte Rechnungen, finanzielle Sorgen oder der Druck, über die Runden zu kommen, die Gehirngesundheit über Jahrzehnte hinweg subtil beeinträchtigen können.

„Narben“ im Gehirn als Folge von finanziellem Druck.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Wissenschaftlern des University College London (UCL), die kürzlich in der Fachzeitschrift Innovation in Aging veröffentlicht wurde.

Das Forschungsteam analysierte Daten von 2.759 Briten, die in derselben Märzwoche 1946 geboren wurden – eines der weltweit am längsten laufenden Projekte zur Erfassung der menschlichen Gesundheit.

Die Forscher verfolgten den wirtschaftlichen Status der Teilnehmer im Alter von 26 bis 53 Jahren und untersuchten gleichzeitig deren Gedächtnis, Informationsverarbeitungsfähigkeiten und führten Gehirnscans durch, als sie ins hohe Alter kamen.

Die Ergebnisse zeigten, dass Menschen, die wiederholt in die niedrigste Einkommensklasse fielen oder häufig Schwierigkeiten hatten, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, im mittleren Lebensalter bei Gedächtnis- und Informationsverarbeitungsgeschwindigkeitstests schlechter abschnitten.

Besonders bemerkenswert ist, dass in der Gruppe, die sich einer MRT-Untersuchung des Gehirns unterzog, diejenigen, die unter längerem finanziellen Stress standen, auch größere Ventrikel aufwiesen – ein Zeichen, das oft mit altersbedingter Hirngewebsatrophie in Verbindung gebracht wird.

Laut Dr. Jacques Wels, einem quantitativen Soziologen am UCL und Mitautor der Studie, besteht der Hauptunterschied darin, dass die Studie dieselbe Personengruppe über mehrere Jahrzehnte hinweg verfolgte, anstatt sie nur zu einem einzigen Zeitpunkt zu befragen.

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„Wir können den Zusammenhang zwischen finanziellem Stress und Biomarkern der Gehirngesundheit beobachten, wie zum Beispiel Lesegeschwindigkeit, Rechengeschwindigkeit oder Gehirnbildgebung. Dies deutet darauf hin, dass im Laufe des Lebens biologische Veränderungen stattgefunden haben“, sagte er.

Das Forschungsteam stellte außerdem fest, dass dieser Zusammenhang auch nach Berücksichtigung anderer Faktoren wie familiärer Umstände in der Kindheit, Bildungsstand und frühkindlicher kognitiver Fähigkeiten bestehen blieb. Dies deutet darauf hin, dass akkumulierter Stress im Erwachsenenalter eine bedeutende Rolle für die spätere Hirngesundheit spielen kann.

Wissenschaftler vermuten, dass mehrere Mechanismen dieses Phänomen erklären könnten. Anhaltender Stress kann chronische Entzündungen fördern und dadurch den Alterungsprozess des Gehirns beeinflussen.

Der Zusammenhang zwischen finanziellem Stress und Gehirngesundheit in einer Langzeitstudie (2026) - Abbildung 2.

Das Forschungsteam analysierte Daten von 2.759 Briten, die in derselben Märzwoche 1946 geboren wurden – Foto: JAPAN TIMES

Ein finanzieller Schock kann Folgen haben, die sich über Jahre hinweg auswirken.

Eine 2026 im American Journal of Epidemiology veröffentlichte Studie analysierte Daten von 7.676 Amerikanern ab 50 Jahren. Das Forschungsteam wurde von Dr. Katrina Kezios von der Boston University in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Columbia University und der Northwestern University geleitet.

Anstatt ihre Beurteilung ausschließlich auf das Einkommensniveau zu stützen, bewerteten die Wissenschaftler die finanzielle Gesundheit anhand mehrerer Faktoren, wie der Fähigkeit, Rechnungen zu bezahlen, des Ausmaßes der Kontrolle über Geld und Vermögen, der Fähigkeit, grundlegende Bedürfnisse zu befriedigen, und ob die Teilnehmer aufgrund von Geldmangel ihren Medikamentenkonsum reduzieren mussten.

Die Ergebnisse zeigten, dass Personen mit einer deutlichen Verschlechterung ihrer finanziellen Situation auch einen schnelleren Gedächtnisverlust erlitten. Das Forschungsteam schätzte den Effekt auf etwa fünf Monate pro Jahr, vergleichbar mit einer altersbedingten Gedächtnisverkürzung, wobei der Zusammenhang in der Gruppe der über 65-Jährigen am stärksten ausgeprägt war.

Die außerordentliche Professorin Adina Zeki Al Hazzouri von der Mailman School of Public Health an der Columbia University, Hauptautorin der Studie, stellte fest, dass anhaltender finanzieller Stress einen erheblichen Teil der mentalen Ressourcen beanspruchen kann.

Eine weitere Studie, veröffentlicht in JAMA Network Open, hob ebenfalls die besorgniserregenden Auswirkungen von Vermögensschocks hervor. Das Forschungsteam untersuchte 8.082 Amerikaner über 50 Jahre im Zeitraum von 1996 bis 2020. Ein „Vermögensschock“ wurde definiert als der Verlust von mindestens 75 % des Nettovermögens eines Haushalts innerhalb von zwei Jahren.

Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 14 Jahren wurde bei 1.441 Personen Demenz diagnostiziert. Personen, die einen finanziellen Schock erlebt hatten, wiesen ein um 27 % höheres Risiko auf, an Demenz zu erkranken, verglichen mit der Gruppe, die über positives Vermögen verfügte und keinen größeren Einschnitt erlebt hatte. Für diejenigen, die von Anfang an kein oder sogar negatives Vermögen besaßen, war das Risiko um 61 % erhöht.

Daten aus Finnland deuten weiterhin darauf hin, dass dieser Effekt im mittleren Lebensalter einsetzen kann. Forscher von Professor Ingemar Kåreholt von der Universität Jönköping und Wissenschaftlern des Karolinska-Instituts begleiteten fast 1.500 Personen über einen Zeitraum von etwa 21 Jahren.

Menschen, die bis zum 50. Lebensjahr unter finanziellem Druck stehen, weisen im Alter tendenziell schlechtere kognitive und körperliche Fähigkeiten auf.

Quelle: https://tuoitre.vn/noi-lo-tien-bac-co-the-de-lai-vet-seo-tren-nao-bo-100260728091032708.htm