„Wir wollen einmal aufzeigen und sichtbar machen, was wir in unserer Abteilung alles leisten“, erklärt Felix Money im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Der examinierte Logopäde, der seit sechs Jahren in der Stadtklinik arbeitet, referiert zusammen mit seinem Kollegen Sebastian Gaß über sein Tätigkeitsfeld, bei dem es in der Hauptsache darum geht, Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen zu behandeln und damit die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern. Das Spektrum der Patienten, die von einer logopädischen Therapie profitieren, ist breit gefächert und erstreckt sich über alle Altersgruppen. Allerdings spielt die Behandlung von Säuglingen und Kleinkindern mit Ess- oder Trinkschwierigkeiten in der Stadtklinik Frankenthal eine eher untergeordnete Rolle.
Die beiden Logopäden sind nur für die stationär aufgenommenen Patienten zuständig und quer über alle Abteilungen des Hauses im Einsatz. Die häufigsten Behandlungsfälle sind durch die Schädigung des Gehirns bedingt, beispielsweise bei einer zentralen Sprachstörung nach einem Schlaganfall. Auch bei Schädelhirntraumata oder degenerativen Erkrankungen wie Parkinson und Multiple Sklerose kann sich die Expertise des Logopäden als sehr hilfreich erweisen. Dies gilt auch für die Behandlung von Schluckstörungen aufgrund einer Intubation, insbesondere bei Patienten, die über einen längeren Zeitraum intensivmedizinisch versorgt werden.
Gearbeitet wird nicht mit Medikamenten
So vielfältig wie die Störungsbilder sind auch die logopädischen Therapiemethoden. „Wir setzen auf eine evidenzbasierte Behandlung“, hebt Felix Money hervor. Das bedeutet, dass die Wirksamkeit der Behandlung durch wissenschaftliche Forschung nachgewiesen ist. Gearbeitet wird nicht mit Medikamenten. Vielmehr werden in erster Linie Übungen eingesetzt, die die Artikulation, die Atmung und Stimmgebung sowie den Sprechfluss verbessern. Auch Wortschatz-, Wortfindungs- und Grammatikübungen stehen mitunter auf der therapeutischen Agenda. Allerdings können die Logopäden in der Stadtklinik noch nicht auf moderne Biofeedback-Techniken oder Computerprogramme zurückgreifen. „Wir arbeiten bei unserem Therapiekonzept noch analog mit Arbeitsblättern“, räumt Money ein. Im Durchschnitt werden für eine Behandlung etwa zwei Wochen angesetzt.
Es kann durchaus vorkommen, dass die Logopäden gerade bei Schluckstörungen auch auf eine manuelle Therapie setzen. „Da legen wir Hand am Patienten an“, verrät der Referent. Er beobachtet aufgrund des demografischen Wandels einen steigenden Behandlungsbedarf. Seine Abteilung sei voll ausgelastet und könnte durchaus eine personelle Verstärkung vertragen, findet Felix Money.
TERMIN
Vortrag „Sprechen, Schlucken, Stimme – was Logopädie leisten kann“ mit Felix Money und Sebastian Gaß, Abteilung für Logopädie, am Mittwoch, 5. August, 18 Uhr, in der Personalcafeteria im Erdgeschoss der Stadtklinik Frankenthal, Elsa-Brändström-Straße 1. Der Eintritt ist frei.