Bergrettung Vorarlberg mit Rettungshubschrauber Gallus 1 unterhalb des Gipfels der Kanzelwand.

AUDIO: Dresdner Familie muss Kosten für Bergrettung in Österreich tragen (1 Min)

Notfall in Österreich

Stand: 30.07.2026 17:25 Uhr

Eine fünfköpfige Familie aus Dresden musste nach einer anspruchsvollen Wanderung in Österreich von der Bergrettung und zwei Hubschraubern in Sicherheit gebracht werden. Die Eltern und ihre drei Kinder waren erschöpft und teils unterkühlt. Die Kosten des aufwendigen Rettungseinsatzes müssen sie selbst tragen.

von MDR SACHSEN

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Eine in Österreich aus Bergnot gerettete Familie aus Dresden muss die Kosten für den Rettungseinsatz selbst zahlen. Die Höhe stehe aber nicht fest, da die Bearbeitung noch andauere, teilte der Landesverband Oberösterreich des Österreichischen Rettungsdienstes auf Anfrage von MDR SACHSEN mit.

Bergrettung berechnet 612 Euro pro Einsatzstunde

In Österreich berechnet die Bergwacht einheitlich 612 Euro pro Einsatzstunde. Landesleiter Christoph Preimesberger, der bei der Bergung der Dresdner Familie dabei war, sagte MDR SACHSEN, die Hubschraubereisätze würden nicht von der Bergwacht organisiert und kämen noch hinzu. Sie kosten seinen Angaben zufolge etwa 100 Euro pro Minute und könnten am Ende mehrere tausend Euro betragen. Bei der Bergung der Dresdner Familie waren zwei Hubschrauber im Einsatz gewesen.

Muss man für Rettungseinsätze in Österreich und der Schweiz zahlen?

In der Regel müssen die Bergungskosten laut Bergwacht selbst getragen werden. Ohne Zusatzversicherung oder Mitgliedschaft im Alpenverein kann es teuer werden. Eine Fördermitgliedschaft bei der Bergrettung ÖBRD kostet 36 Euro pro Jahr. Sie deckt Such- und Bergungskosten (inkl. Hubschrauber) weltweit bis zu 25.000 Euro ab und gilt oft die ganze Familie.
Auch in der Schweiz müssen Rettungseinsätze in den Bergen in der Regel selbst bezahlt werden. Hier kann man über eine Gönnerschaft bei der Rettungsflugwacht REGA die Kosten minimieren. Die Einsatzkosten werden dann ganz oder teilweise erlassen, wenn keine Versicherung oder Krankenkasse die Leistungen bezahlen muss.

Bergretter: Rechtzeitig Notruf abgesetzt

Preimesberger sprach von einer „anspruchsvollen Wanderung für die Kinder“. Die Familie habe aber rechtzeitig einen Notruf abgesetzt. Allein im Juli hat die Bergwacht in Oberösterreich laut Preimesberger schon 70 Einsätze gehabt. Der Juli sei damit einer der einsatzstärksten Monate der letzten Jahre gewesen. Insgesamt habe die Bergwacht von Oberrösterreich in diesem Jahr schon 270 Rettungseinsätze gehabt.

Hochgebirgslandschaft mit Seilbahn

Erst verlaufen und dann noch schlechtes Wetter

Die Familie aus Dresden war am Montag auf einer Wanderung am 2.100 Meter hohen Krippenstein im Dachsteingebiet unterwegs. Wie die Polizei in Gmunden im Salzkammergut mitteilte, waren die 35 Jahre alten Eltern, ihre drei und sechs Jahre alten Töchter sowie der achtjährige Sohn entkräftet.

Abzweig zur Hütte verfehlt und dann setzt Regen ein

Ein Hubschrauber fliegt über Hochgebirgsgipfel

Ein Hubschrauber musste die erschöpfte Familie aus den Bergen holen. (Symbolbild)

Zunächst habe die Familie eine erste Etappe mit der Seilbahn bewältigt und wollte die Simonyhütte besuchen. Da die Familie den zur Hütte führenden Weg „zunächst nicht fand, bewegte sie sich einige Zeit im Kreis, bevor sie schließlich die vorgesehene Abzweigung entdeckte“. Den Aufstieg über einen hochalpinen Weg hätten die Sachsen aber unterschätzt. Zudem schlug noch das Wetter um.

Rettungshubschrauber bringen erschöpfte Familie ins Tal

Statt einer erwarteten Wetterbesserung setzten laut Polizei starke Regenschauer und kräftiger Wind ein. Die Regenbekleidung half demnach wenig und die Familie verließen nach rund sieben Stunden Wanderung die Kräfte, teilte die Polizei weiter mit.

Schließlich informierten sie den Hüttenwirt, der die Rettungskräfte alarmierte. Mit zwei Rettungshubschraubern wurde die Familie sicher in Tal gebracht. Die Mädchen hätten „eindeutige Anzeichen einer Unterkühlung“ gezeigt.

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MDR (kbe/lam)/dpa