Auch wenn die aus Amerika eingeschleppte und in Graz ebenfalls bereits gesichtete Rebzikade zuletzt in südsteirischen Weingärten als gefürchteter Schädling für negative Schlagzeilen gesorgt hat, bricht Kunz eine Lanze für die große Familie der Zikaden: „Unter ihnen findet man viele attraktive Arten, nur eine Handvoll der 680 in Österreich registrierten Arten zählt zu den Schädlingen. Alle saugen Pflanzensäfte, entweder zuckerhaltigen oder wasserhaltigen Saft oder an den Blattzellen. Wassersauger wie die häufige Rhododendronzikade müssen den Überschuss an Wasser regelmäßig wegspritzen, sie werden daher auf Englisch „sharpshooters“, also Scharfschützen, genannt.“
Die Zuckersauger geben einen zuckerhaltigen Saft ab, der als Honigtau von anderen Tieren, auch Bienen, aufgenommen und fallweise sogar zu Honig verarbeitet wird. Zikadennymphen entwickeln sich an Blättern, Stängeln oder Wurzeln, nur zwei heimische Arten ernähren sich von Pilzen.
Allein von der Größe können die meisten heimischen Zikaden nicht mit den im Mittelmeerraum vorkommenden Arten mithalten – die Rhododendronzikade etwa wird acht bis neun Millimeter groß. Die gemeine Blutzikade bringt es immerhin auf bis zu 11 Millimeter.
Autor: Wolfgang Maget