Mit „Run Free“ zeigte der 48-Jährige früh, wie kraftvoll seine Stimme auch live klingt. „Servus Austria“, rief er ins Publikum und begrüßte die Fans zur „Traces“-Tour. Nachdem man die Stadthalle für den Song Contest habe „freimachen“ müssen, sei man nun eben Open Air zusammengekommen. Die kommenden Stunden sollten also „Für alle ein Safe Space“ sein, erklärte er. Nachrichten, Sorgen und Alltag dürften für zwei bis drei Stunden draußen bleiben. – im wahrsten Sinne des Wortes. Nach dem Titelsong „Traces“ schlug er mit „Blurry Eyes“ leisere Töne an, ehe „Best Bad Friend“ und „Throwback“ die Menge wieder tanzen ließen. Hände gingen in die Höhe, ganze Reihen wippten im Takt. Besonders stark wurde der Abend immer dann, wenn Kelly seine Songs mit persönlichen Geschichten verband. Für „Calcutta Angel“ erinnerte er sich an eine Reise, die sein Leben verändert hatte. Als junger, erfolgreicher Musiker habe er scheinbar alles besessen und dennoch eine Leere gespürt. Erst während eines Aufenthalts in einem Hospiz in Kalkutta habe er ausgerechnet bei jenen Menschen, die kaum etwas hatten, wieder zu sich selbst gefunden.