Das ZDF hat die Fortsetzung der in Überlingen und Umgebung gedrehten Krimiserie „Mordufer“ beauftragt. Wie der Sender dem SÜDKURIER auf Anfrage bestätigte, sind erneut vier Folgen geplant. Die Dreharbeiten sollen im Spätsommer beginnen. Mit einer Ausstrahlung rechnet das ZDF im Laufe des Jahres 2027.
Ausschlaggebend sei die Zuschauerresonanz auf die erste Staffel gewesen, teilte ZDF-Sprecherin Lisa Miller mit. Hinzu komme die Überzeugung, dass die Serie mit ihrem Ermittlerinnen-Duo und der Verbindung von Kriminalfall und Bodensee-Kulisse noch viele Geschichten zu erzählen habe. Bereits vor dem Start der ersten Staffel hatte Produzentin Maximiliane Prokop dem SÜDKURIER gesagt, vier weitere Folgen seien bereits „grob konzipiert“, Ideen lägen vor.
Laut ZDF basiert die Entscheidung für eine Fortsetzung auf mehreren Faktoren: Neben der Zuschauerresonanz spielten das kreative Entwicklungspotenzial, die programmliche Perspektive und Rahmenbedingungen für die Produktion eine Rolle. „Für diese Bewertung haben wir uns die notwendige Zeit genommen“, sagt Miller im Hinblick auf die vier Monate nach Ende der ersten Staffel, in denen offen war, ob es weitergeht.
Die vier Folgen der ersten Staffel haben zwischen 4,4 und rund 5,5 Millionen Zuschauer erreicht. Der Marktanteil lag zeitweise bei über 23 Prozent. Für einen neuen Freitagskrimi ist das ein starker Wert. Das „Mordufer“ reiht sich damit zwischen etablierten Formaten wie „Die Chefin“ und „Der Alte“ ein.
Mordufer
„Mordufer“ ist eine Krimireihe des ZDF, die am Bodensee spielt und in Überlingen verortet ist. Im Mittelpunkt stehen die Kommissarinnen Doro Beitinger und Chiara Locatelli. Die Grenzlage zu Österreich und der Schweiz prägt viele Handlungsstränge. Produziert wird die Serie von der Bavaria Fiction im Auftrag des ZDF, in Koproduktion mit ORF und SRF.
Schloss Rauenstein wird wieder Kommissariat
Nach SÜDKURIER-Informationen wird Schloss Rauenstein erneut zum fiktiven Kommissariat der Ermittlerinnen Doro Beitinger und Chiara Locatelli. Bereits in der ersten Staffel hatte das einstige Wohnschloss diese Funktion übernommen, nachdem das Innere eigens für die Serie neu eingerichtet worden war. Aktuell sucht das Filmteam nach weiteren Drehorten in der Region, unter anderem in Unteruhldingen.

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Ein Kommissariat mit Rechtsmedizin im Keller gibt es bei der echten Polizei nicht. Bei der Fernsehpolizei in Schloss Rauenstein ist das möglich.
Foto: Constantin Campean, ZDF
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Ein Kommissariat mit Rechtsmedizin im Keller gibt es bei der echten Polizei nicht. Bei der Fernsehpolizei in Schloss Rauenstein ist das möglich.
Foto: Constantin Campean, ZDF
Ob Franziska Weisz und Maria Wördemann als Hauptdarstellerinnen zurückkehren, ließ das ZDF offen. Weisz hatte sich im Frühjahr im Gespräch mit dem SÜDKURIER fortsetzungsfreudig gezeigt: „Ich hoffe, dass jetzt viele Menschen einschalten, damit wir wiederkommen können.“ Die gebürtige Wienerin, die zuvor acht Jahre lang im Hamburger „Tatort“ ermittelt hatte, hat sich nach eigener Aussage während der Dreharbeiten in die Bodenseeregion verliebt.
Hinter den Kulissen gibt es unterdessen einen Wechsel: Maximiliane Prokop, die die erste Staffel als Produzentin verantwortete und in Überlingen mehrfach öffentlich auftrat, ist nicht mehr für die Produktionsfirma Bavaria Fiction tätig.
Keine Landesförderung für die Fortsetzung
Die erste Staffel war von der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) mit 450.000 Euro gefördert worden. Für die Fortsetzung liegt nach Angaben der MFG kein Förderantrag vor. Ein nachträglicher Antrag sei nicht möglich, erklärt eine MFG-Sprecherin auf Anfrage. Warum der Sender keine Förderung beantragt hat, ist nicht bekannt. Das ZDF teilt nur mit, es sei „aktuell nicht von Landeszuschüssen auszugehen“.
Die Kritik zur ersten Staffel war gemischt: Mehrere Rezensionen bemängelten wenig überraschende Inszenierungen und schwache Auflösungen der einzelnen Fälle. Die Wirkung der Bodensee-Kulisse allerdings wurde von Kritikern wie Publikum gleichermaßen gelobt.