
René Nikel
Seit Dino Wars oder North & South am Amiga hat sich in der Spieleindustrie so einiges verändert, meine Leidenschaft für Videospiele allerdings nicht. Bereits mit fünf Jahren hatte ich zum ersten Mal einen Joystick in der Hand und seit diesem Moment war die virtuelle Welt wie ein zweites Zuhause für mich. Ich finde so ziemlich jedes Genre interessant, selbst wenn es sich nur um einen kleinen Indie Titel handelt. Die aktuellste Nintendo Konsole und ein leistungsstarker PC gehören bei mir zur Grundausstattung. Seit mittlerweile fast zehn Jahren verbinde ich meine Begeisterung für Videospiele außerdem mit dem Gaming Journalismus.
Die Razer Basilisk V3 Pro 35K ist eine beeindruckende Maus mit verdammt viel Leistung. Es gibt zwar auch kleinere Kritikpunkte, allerdings betreffen diese nicht die Maus direkt. Was damit gemeint ist und warum mich die Razer Basilisk so beeindruckt, möchte ich mir mit euch zusammen ansehen.
Die Lieferung
Die Basilisk V3 Pro 35K kommt Razer-typisch verpackt und macht gleich beim Auspacken einen hochwertigen Eindruck. Im Inneren der Schachtel findet ihr den HyperSpeed-Empfänger, ein USB-C-Kabel und die Basilisk selbst. Im Grunde ist alles dabei, um die Maus direkt mit dem PC zu verbinden und die ersten Games zu testen. Leider gibt es hier aber für mich einen größeren Kritikpunkt, auf den ich später noch zu sprechen komme.
Razer Basilisk V3 Pro 35K Lieferumfang – Bild: René Nikel
Die Technik
Optisch macht die Maus einiges her und die ergonomische Form ist extrem angenehm. Der Focus Pro 35K Optical Sensor der zweiten Generation, der im Inneren der Maus werkelt, arbeitet äußerst präzise. Alleine die Möglichkeit, die DPI auf 35.000 einstellen zu können, zeigt, dass der Sensor zur absoluten Oberklasse gehört. Im Alltag wird das vermutlich kaum jemand von euch nutzen. Meine meistgenutzte Einstellung liegt zwischen 800 und 1600 DPI und darüber hinaus gehe ich so gut wie nie. Trotzdem zeigt das, dass der Focus Pro 35K zu Razers leistungsstärksten Sensoren gehört und selbst für anspruchsvolle Gamer mehr als genügend Präzision bietet.
Die Gleiteigenschaft ist durch die verbauten PTFE-Gleitfüße auf jeder Oberfläche angenehm geschmeidig. Egal ob Stoff, Hard oder Glasmauspad, die Basilisk V3 Pro 35K gleitet hervorragend und bietet bereits mit den originalen Mausfüßen eine Qualität, die manche Konkurrenzmodelle erst mit nachgerüsteten Skates erreichen.
Die Maus verfügt über insgesamt elf frei programmierbare Tasten. Besonders interessant sind dabei die drei seitlichen Tasten sowie die beiden zusätzlichen Tasten hinter dem Mausrad, die sich flexibel mit Funktionen oder Makros belegen lassen.
Das Mausrad
Das eigentliche Highlight der Basilisk V3 Pro 35K ist für mich allerdings das Mausrad. Bereits die Rasterung fühlt sich hervorragend an und ist perfekt auf die Maus abgestimmt. Egal ob im normalen Rastermodus oder im Freilauf, das Mausrad vermittelt jederzeit ein äußerst hochwertiges Gefühl.
Der Freilaufmodus fasziniert mich dabei am meisten. Im Gegensatz zur Logitech MX Master 3S, bei der ein mechanischer Knopf das Mausrad entriegelt, funktioniert das bei der Basilisk anders. Hier kommt ein kleiner mechanischer Umschaltmechanismus zum Einsatz, der elektronisch gesteuert wird. Dadurch könnt ihr den Free Spin Modus ganz einfach auf eine beliebige Taste legen und zwischen Rasterung und Freilauf wechseln. Alleine die Tatsache, wie durchdacht und hochwertig das Mausrad konstruiert wurde, vermittelt ein kleines Stück Luxus.
Razer Basilisk V3 Pro 35K bunt beleuchtet – Bild: René Nikel
Razer Synapse
Razer setzt bekanntlich auf die eigene Synapse-Software. Der eine liebt sie, der andere hasst sie. Ich persönlich finde den Funktionsumfang von Synapse sehr gelungen. Weniger gut gefallen mir allerdings der Kontozwang sowie die teilweise etwas überladene Oberfläche.
Außerdem habe ich es schon immer etwas sinnfrei gefunden, dass viele Funktionen erst mit installierter Synapse vollständig nutzbar sind. Dadurch wirken einige Razer-Produkte unnötig eingeschränkt, obwohl die Hardware selbst deutlich mehr leisten könnte.
Ansonsten könnt ihr in Synapse nahezu alles einstellen, was das Herz begehrt. Von Tastenbelegungen über Makros bis hin zur Polling Rate oder den Energiespareinstellungen bleibt kaum ein Wunsch offen. Auch die zahlreichen Chroma-Effekte bieten jede Menge Möglichkeiten.
Am besten gefällt mir dabei der Effekt „Ambient-Erkennung“. Dieser zaubert passend zum dargestellten Bild beeindruckende RGB-Effekte auf Maus, Tastatur, Headset oder den Tartarus Pro. Besonders in Spielen wie Metro, Call of Duty, Cyberpunk 2077, Alan Wake 2 oder Hogwarts Legacy kommt der Effekt hervorragend zur Geltung und sorgt für eine stimmungsvolle Atmosphäre.
Razer Synapse Basilisk V3 Pro 35K – Bild: René Nikel
HyperSpeed
Razer HyperSpeed verspricht eine besonders geringe Latenz und ermöglicht zusätzlich eine Multi-Device-Verbindung. Im Grunde funktioniert das auch sehr gut und ihr benötigt für Maus und Tastatur lediglich einen einzigen HyperSpeed-Empfänger.
Während meines Tests zeigte HyperSpeed allerdings eine Schwäche. Wechselt eines der verbundenen Geräte in den Energiesparmodus, kann dies kurzfristig auch andere gekoppelte Geräte beeinflussen. Das schlafende Gerät verbindet sich anschließend nicht immer automatisch wieder mit dem Empfänger. In meinem Fall half dann nur, beispielsweise die Tastatur kurz aus und wieder einzuschalten, damit sie erneut gekoppelt wurde.
Das ist zwar kein Problem der Maus selbst, dennoch empfinde ich dieses Verhalten als etwas unglücklich gelöst. Ich hoffe daher, dass Razer hier mit zukünftigen Updates noch nachbessert.
8000 Hz Polling Rate
Ich habe hierzu bereits einen eigenen Artikel geschrieben, ob 8000 Hz wirklich sinnvoll sind oder nicht. Im Endeffekt werden über 95 % von uns im Alltag keinen Unterschied zu 1000 Hz wahrnehmen. Und selbst diejenigen, die einen Unterschied bemerken, würden diesen vermutlich eher als subtil beschreiben.
Was mich allerdings deutlich mehr stört und gleichzeitig einer der größten Kritikpunkte an der Basilisk V3 Pro 35K ist, betrifft die 8000 Hz selbst. Mit dem beiliegenden HyperSpeed-Empfänger oder per Kabel sind nämlich lediglich 1000 Hz möglich. Um die beworbenen 8000 Hz nutzen zu können, müsst ihr zusätzlich entweder den Razer HyperPolling Wireless Adapter oder das Razer Mouse Dock Pro kaufen.
Der HyperPolling Wireless Adapter schlägt mit rund 40 Euro zu Buche, während das Mouse Dock Pro etwa 80 Euro kostet. Dafür bekommt ihr mit dem Dock zusätzlich eine schicke Ladestation für die Maus.
Egal ob der Unterschied zwischen 1000 Hz und 8000 Hz nun groß oder klein ausfällt. Wenn die Maus diese Funktion unterstützt, hätte ich mir gewünscht, dass sie zumindest kabelgebunden ohne zusätzliches Zubehör nutzbar gewesen wäre. Genau deshalb ist das für mich der größte Kritikpunkt an der Basilisk V3 Pro 35K.
Razer Basilisk V3 Pro 35K Feuereffekt – Bild: René Nikel
Akkulaufzeit
Die Akkulaufzeit gibt Razer mit bis zu 140 Stunden an. Mit dem HyperPolling Wireless Adapter beziehungsweise dem Mouse Dock Pro und aktivierten 8000 Hz sinkt diese auf bis zu 28 Stunden. Per Bluetooth sollen sogar bis zu 210 Stunden möglich sein.
Ich habe die Maus ausschließlich mit dem normalen HyperSpeed-Empfänger und per Bluetooth getestet. Die tatsächliche Akkulaufzeit lag dabei erfreulich nahe an den Herstellerangaben. Allerdings hatte ich die RGB-Beleuchtung während des Tests deaktiviert. Mit aktivierter Beleuchtung reduziert sich die Laufzeit spürbar.
Wenn ihr dauerhaft mit 8000 Hz spielen möchtet, würde ich euch das Razer Mouse Dock Pro empfehlen. Dadurch habt ihr gleichzeitig eine komfortable Ladestation und müsst euch um den Akkustand kaum noch Gedanken machen. Zusätzlich solltet ihr in Synapse die Option aktivieren, dass die 8000 Hz nur im Vollbildmodus verwendet werden. Dadurch spart ihr im Alltag Energie und profitiert in Spielen trotzdem von der maximalen Polling Rate.
Ergonomie
Die Razer Basilisk wurde von Anfang an auf Ergonomie ausgelegt und das merkt man bereits nach wenigen Minuten. Während meines Tests lag die Maus jederzeit angenehm in der Hand und blieb auch bei längeren Gaming-Sessions komfortabel.
Mit ihren 112 Gramm eignet sie sich durchaus auch für viele FPS-Spieler. Wer allerdings möglichst leichte Mäuse bevorzugt, findet mit der Razer Viper V3 Pro oder der DeathAdder V3 Pro deutlich leichtere Alternativen.
Fazit
Wenn ihr euch den kompletten Test durchgelesen habt, werdet ihr vermutlich gemerkt haben, dass ich an der Basilisk V3 Pro 35K selbst praktisch nichts auszusetzen habe. Die Maus ist hervorragend verarbeitet, liegt traumhaft in der Hand und gleitet bereits mit den originalen PTFE-Gleitfüßen ausgezeichnet über nahezu jede Oberfläche.
Mit einem Preis von rund 140 Euro gehört sie zwar zu den teureren Gaming-Mäusen am Markt, meiner Meinung nach ist dieser Preis aber durchaus gerechtfertigt. Alleine das hervorragend umgesetzte Mausrad mit seinem elektronisch gesteuerten Free Spin Modus hebt die Basilisk deutlich von vielen Konkurrenzprodukten ab und vermittelt ein besonders hochwertigen Eindruck.
Die Akkulaufzeit könnte insgesamt zwar etwas besser sein, ist für meinen Geschmack aber vollkommen ausreichend. Dank des mitgelieferten USB-C-Kabels könnt ihr die Maus jederzeit auch kabelgebunden weiterverwenden und der Akku ist zudem relativ schnell wieder aufgeladen. Wer sich zusätzlich das Razer Mouse Dock Pro zulegt, erhält gleichzeitig eine praktische Ladestation und muss sich im Alltag kaum noch Gedanken über den Akkustand machen.
Meine eigentlichen Kritikpunkte betreffen daher weniger die Maus selbst, sondern vielmehr Razers Software und Zubehörpolitik. HyperSpeed funktionierte während meines Tests nicht immer fehlerfrei, Synapse setzt weiterhin ein Benutzerkonto voraus und einige Funktionen lassen sich nur mit zusätzlicher Hardware vollständig nutzen. Das empfinde ich als unnötig.
Die Basilisk V3 Pro 35K selbst ist dagegen eine ausgezeichnete Gaming-Maus. Sie wirkt äußerst hochwertig verarbeitet, macht einen langlebigen Eindruck und gehört für mich aktuell zu den besten ergonomischen Gaming-Mäusen, die Razer im Sortiment hat. Wer eine komfortable Maus mit hervorragendem Sensor, exzellentem Mausrad und vielen Funktionen sucht, macht mit der Basilisk V3 Pro 35K definitiv nichts falsch.
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Fragen & AntwortenDiese Fragen wurden geklärtIst die Razer Basilisk V3 Pro 35K für FPS-Spiele geeignet?
Ja. Der Focus Pro 35K Sensor arbeitet äußerst präzise und eignet sich hervorragend für Shooter. Wer allerdings möglichst leichte Mäuse bevorzugt, sollte einen Blick auf die Razer Viper V3 Pro werfen.
Benötigt man Razer Synapse?
Nein. Die Maus funktioniert auch ohne Synapse. Viele Funktionen wie Profile, Chroma-Effekte oder individuelle Tastenbelegungen lassen sich jedoch erst mit der Software vollständig nutzen.
Funktionieren 8000 Hz ohne zusätzliches Zubehör?
Nein. Für die maximale Polling Rate benötigt ihr den Razer HyperPolling Wireless Adapter oder das Razer Mouse Dock Pro.
Wie lange hält der Akku?
Razer gibt bis zu 140 Stunden über HyperSpeed und bis zu 210 Stunden per Bluetooth an. Mit aktivierter RGB-Beleuchtung fällt die Akkulaufzeit jedoch deutlich kürzer aus.
Für wen eignet sich die Razer Basilisk V3 Pro 35K?
Die Maus richtet sich an Gamer, die Wert auf hohen Komfort, viele Funktionen und ein hochwertiges Mausrad legen.



