INNSBRUCK
Die Energieagentur Tirol verweist auf den Effekt von Bäumen für die Kühlung in einer Stadt in Hitzephasen. Neben einer Studie nennt sie zwei Innsbrucker Beispiele: Den Bozner Platz in der Innenstadt und den DDr.-Alois-Lugger-Platz im Olympischen Dorf.
01.08.2026 05.57
Online seit heute, 5.57 Uhr
Der Einfluss der Begrünung habe eine Studie des EU-Projekts „MountResilience“ der Energieagentur Tirol zeigen können. Dabei sei unter anderem die Wirkung von grüner Infrastruktur auf einem Dorfplatz untersucht und der Einfluss verschiedener Begrünungsmaßnahmen auf die gefühlte Temperatur simuliert worden.
Die Ergebnisse hätten gezeigt, dass einzelne Bäume die gefühlte Temperatur um bis zu zehn Grad Celsius senkten. Noch größer sei der Effekt geschlossener Baumreihen, die je nach Situation für eine Reduktion der gefühlten Temperatur um 15 bis 18 Grad sorgen können, erklären Valerie Mense und Sophie Puchner von der Energieagentur Tirol.
Bäume haben doppelten Kühl-Effekt
Bäume sind der Studie zufolge die effektivste natürliche Kühlungsmaßnahme im öffentlichen Raum. Sie senkten die Temperaturen effektiver als reine Grünflächen, da sie sowohl Schatten spenden als auch durch Verdunstung kühlen.

ORF/Hermann Hammer
Am Alois Lugger Platz wurde teilweise das Niveau erhöht, um über der Tiefgarage Grünflächen schaffen zu können
Der über 4.000 Quadratmeter große Alois-Lugger-Platz sei über Jahre als voll versiegelter Betonplatz mehr oder weniger unbenutzt geblieben. Durch seine Umgestaltung habe er sich zu einer Begegnungszone mit Grünflächen, Sitzgelegenheiten, Spiel- und Bewegungsangeboten entwickelt. Außerdem biete er Raum für Veranstaltungen.
Eine Herausforderung war die Tiefgarage unter dem Platz. Durch eine teilweise Anhebung des Areals habe man dennoch Grünflächen mit 23 Bäumen und Sträuchern schaffen können. „Wir haben hier ein grünes Wohnzimmer geschaffen“, heißt es von Christine Schermer, die damals die Projektleiterin war.
Gefühlte Temperatur um 18 Grad niedriger
Dass Bäume die Belastung durch Hitze maßgeblich reduzieren können, hätten auch die Simulationen für den Bozner Platz belegt, der mit Jungbäumen bepflanzt wurde. „Hier am Bozner Platz zeigen unsere Modelle, dass in 20 Jahren die gefühlte Temperatur um 18 Grad unter jener liegen wird, die wir heute vorfinden“, erklärt Projektleiter Christian Müller.

Energieagentur Tirol/Armin Ribis
Die Bäume sollen in 20 Jahren am Bozner Platz für einen deutlichen Kühlungs-Effekt sorgen
Ein zentrales Element am Bozner Platz sei außerdem das Schwammstadtprinzip. Dabei werde Regenwasser nicht in die Kanalisation abgeleitet, sondern direkt vor Ort in einer speziellen Bodenschicht gespeichert. Dieses könne später verdunsten, entziehe dabei der Umgebung Wärme und sorge so für natürliche Kühlung.