In China erhebt COVID erneut sein Haupt. Im Juli verzeichnete der asiatische Riese, von dem die SARS-CoV-2-Pandemie ausging, einen Höhepunkt der Fälle, der erstmals in diesem Jahr COVID-19 an die Spitze der grippeähnlichen Syndrome brachte und die saisonale Grippe überholte.

Anstieg der Fälle: Offizielle Daten und Positivitätsraten

Chinesische Medien berichten, dass in der Woche vom 13. bis 19. Juli die Positivitätsrate bei COVID-Tests unter Patienten mit Atemwegssymptomen 16,3 % erreichte – ein Anstieg um 4,3 Prozentpunkte gegenüber den sieben Tagen zuvor. In der darauffolgenden Woche ab dem 20. Juli stieg der Wert um weitere 4 Prozentpunkte auf 20,3 %. Die Rate war in den südlichen Provinzen höher als in den nördlichen Regionen, während die am stärksten betroffene Altersgruppe zwischen 15 und 59 Jahren lag.

Das Chinese Center for Disease Control and Prevention betonte, dass die meisten Patienten nur leichte Symptome zeigen. Laut dem jüngsten Update des chinesischen CDC liegt die Virusaktivität nach dem jüngsten Anstieg nun auf moderatem Niveau.

Die Variante NB.1.8.1 und das Risiko für die öffentliche Gesundheit

Die derzeit vorherrschende Variante ist NB.1.8.1. Laut der Behörde hat sich COVID-19 inzwischen zu einer gewöhnlichen Atemwegserkrankung entwickelt, die ein- bis zweimal jährlich zu epidemischen Schwankungen neigt. Der aktuelle Anstieg stellt eine normale periodische Schwankung dar, deren Intensität mit den beiden Vorjahren vergleichbar ist.

Ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen bleiben einem höheren Risiko für schwere Verläufe ausgesetzt, jedoch stehen gezielte und wirksame Therapien zur Verfügung, betont das CDC. Die Behörde stellt zudem klar, dass keine Varianten festgestellt wurden, die ein signifikantes Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellen würden und dass der starke Anstieg der Infektionen insgesamt keine Belastung für das Gesundheitssystem verursacht hat.

Bewertungen von Experten und Empfehlungen

Wie ist dieser Anstieg der COVID-Fälle in China zu interpretieren? Für den Virologen Fabrizio Pregliasco ist dies „eine weitere Erinnerung daran, dass SARS-CoV-2 weiterhin weltweit zirkuliert und auch während der Sommermonate neue Wellen auslösen kann“.

„Die von den chinesischen Gesundheitsbehörden beschriebene Situation weist aktuell nicht auf das Auftreten einer Variante hin, die das epidemiologische Bild grundlegend verändern könnte, noch zeigt sie eine Zunahme der Schwere der Erkrankung“, betont der Direktor der Facharztausbildung für Hygiene und Präventivmedizin an der Staatlichen Universität Mailand.

„Vielmehr ist dies ein weiteres Beispiel für die Fähigkeit des Virus, sich anzupassen und sich weiterhin in einer Bevölkerung zu verbreiten, in der der Immunschutz physiologisch mit der Zeit nachlässt.“

Für den Experten ist es also „nicht die Zeit für Alarmismus, sondern für Wachsamkeit“.

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