Ungewöhnlich war nicht nur der Umstand, dass vor zehn Jahren eine Birke plötzlich aus dem Grazer Stadtpark verschwand – sondern auch, wo sie wieder gefunden wurde.
„Gärtner werden jedenfalls keine Nachtschichten einlegen“: Mit diesen Worten antwortete Robert Grill auf die Frage, wie man gegen diese neue Form des Vandalismus vorgehen möchte. Dabei war nicht nur der Baumexperte bei der Holding Graz ein wenig sprachlos im Juli 2016, nachdem über Nacht eine fünf Meter hohe Birke aus dem Grazer Stadtpark verschwunden war.
„Neue Dimension des asozialen Verhaltens“
In der Nähe des Schanzgrabens beim Grazer Stadtpark hatten Unbekannte diese damals achtjährige Birke kurzerhand ausgegraben und abtransportiert. „Das müssen ja mindestens zwei, drei Leute gewesen sein, die da mitten in der Nacht durch den Park gegangen sind“, mit einem fünf Meter langen Baum auf der Schulter, schüttelte Robert Grill den Kopf – so etwas sei ihm in 21 Dienstjahren noch nie untergekommen. „Das ist eine neue Dimension des asozialen Verhaltens, die mich ärgert.“
Die Birke lag in einem Gebüsch bei der Grazer Uni.
— Gerald Zaczek-Pichler, Sprecher der Holding GrazWieder aufgepäppelt
Zehn Jahre später erinnert man sich bei der Holding an diesen kuriosen Fall – und daran, wie es weiterging. Die unbekannten Täter konnten zwar nicht gefunden werden, dafür aber die gestohlene Birke. „Sie lag in einem Gebüsch bei der Grazer Uni, genauer gesagt beim Resowi“, weiß Gerald Zaczek-Pichler, Sprecher der Holding Graz. Also ein Streich von Studenten? Man weiß es nicht. Jedenfalls habe man die entwurzelte Birke „damals wieder aufgepäppelt und am ursprünglichen Platz wieder eingesetzt. Dort ist sie dann immerhin noch drei Jahre lang gestanden, ehe sie leider endgültig ersetzt werden musste“, so der Holding-Sprecher.
Die Sorge mit den gärtnerischen Nachtschichten war rückblickend übrigens unbegründet: Derartige Vorfälle hielten sich seither zum Glück ziemlich in Grenzen.
