Die Europa Passage in der Hamburger Innenstadt

AUDIO: Europa Passage: Ärger um Regenbogenflaggen (1 Min)

Stand: 02.08.2026 18:47 Uhr

Die Demonstration zum Christopher Street Day (CSD) in Hamburg ist am Samstag ohne größere Zwischenfälle verlaufen. Die Polizei musste jedoch mehrfach zur Europa Passage am Ballindamm ausrücken – wegen Regenbogenflaggen.

Gut gelaunt und bunt gekleidet wollten einige CSD-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer offenbar durch die Passage gehen, wurden daran laut dem Lagedienst der Polizei aber vom Sicherheitsdienst gehindert. Dieser soll sie aufgefordert haben, ihre Pride-Flaggen einzurollen. Als Begründung hätten sich die Sicherheitskräfte auf das Hausrecht bezogen. Zuerst hatte das „Hamburger Abendblatt“ berichtet.

Später wurden CSD-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer offenbar nicht mehr am Durchgang gehindert. Wie viele Menschen abgewiesen worden waren, war laut Polizei zunächst nicht bekannt. Das Management der Europa Passage sprach am Sonntag auf NDR Nachfrage von „Einzelfällen“ und einem „Missverständnis“.

Management: „Kein Verbot für das Mitführen von Fahnen“

Zwar hätten Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes „in einigen Fällen den Zutritt von Besuchern mit mitgeführten größeren Fahnen aus Sicherheitsgründen zunächst nicht zugelassen“, räumte ein Sprecher am Abend ein. Es habe jedoch keinerlei Anweisung des Managements gegeben, dass Fahnen, Transparente oder ähnliches im Rahmen des CSD nicht mitgeführt oder in das Center mitgebracht werden dürften.

Zudem habe man nach Bekanntwerden der Vorfälle „umgehend reagiert und intern nochmals klargestellt, dass es kein Verbot für das Mitführen von Fahnen und dergleichen im Center gibt.“ Ein solches Verbot passe nicht zum Anspruch und zum Selbstverständnis der Europa Passage, die sich als offenes, vielfältiges und diskriminierungsfreies Haus versteht, so der Sprecher weiter. Man werde gemeinsam mit dem Sicherheitsdienst prüfen, warum in den genannten Fällen zunächst anders gehandelt wurde als vorgesehen.

Tausende sind beim CSD in Hamburger Innenstadt dabei.

Nach dem Anschlag in Berlin ist der CSD in Hamburg friedlich verlaufen – mit rund 300.000 Menschen so groß wie nie zuvor.