Wegen mehrerer Brände mussten in der Großstadt Spokane im Nordwesten der USA rund 60.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Die Flammen zerstörten Hunderte Gebäude in der 230.000-Einwohner-Stadt im Bundesstaat Washington. In einigen Vierteln seien Häuser und Bäume regelrecht explodiert, berichtete die Zeitung The Spokesman-Review. Dichter Rauch lag über Spokane.

In manchen Vierteln blieben nur noch die Schornsteine von Häusern übrig, wie auf Bildern zu sehen war, die der örtliche Fernsehsender KXLY veröffentlichte. Demnach wurden mindestens 600 Gebäude zerstört oder beschädigt. Laut dem Nachrichtensender CNN sind mindestens 2.180 Hektar Fläche (rund 21 Quadratkilometer) verbrannt. Zehntausende Menschen ‌waren ⁠ohne Strom.

Meteorologen rechneten am Sonntag mit Windböen zwischen 56 und 72
Kilometern pro Stunde. »Das Wetter arbeitet gegen uns, und auch das
Gelände erschwert unsere Arbeit«, sagte Benjamin Cossel, Sprecher des
aus Kalifornien angeforderten Einsatzteams, das seit Samstagabend die
Löscharbeiten unterstützt.

Die Behörden richteten im größten Kongresszentrum der Stadt eine Notunterkunft ein und wiesen Anwohner an, nicht in betroffene Gebiete zurückzufahren. »Wir sind noch nicht außer Gefahr«, sagte die demokratische US-Senatorin Maria Cantwell. »Die nächsten Tage werden schwierig.«

Washington erlebt viertes Dürrejahr in Folge

Das von Bergen und hügeligem Gelände umgebene Spokane ist die zweitgrößte Stadt im Bundesstaat Washington. Sie liegt fast an der Grenze zum Nachbarstaat Idaho. Zuletzt wüteten in dem Gebiet drei größere Brände. Einer von ihnen hatte den Spokane-Fluss übersprungen und sich auf das Stadtgebiet ausgeweitet.

Die örtliche Nationalgarde teilte mit, sie mobilisiere »mit Hochdruck« Einsatzkräfte zur Unterstützung. Washingtons Gouverneur Bob Ferguson rief am Samstag den Notstand aus. Die Behörden richteten im größten Kongresszentrum der Stadt eine Notunterkunft für Betroffene ein.

© Lea Dohle

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Im gesamten Bundesstaat Washington brannten nach Angaben des Gouverneurs zwölf große Feuer auf einer Gesamtfläche von mehr als 80.900 Hektar. Das ist größer als das Stadtgebiet von Hamburg. Vier Dürrejahre in Folge – so viele wie noch nie – und starke Winde hätten im gesamten Bundesstaat »gefährliche Bedingungen« geschaffen, sagte der Gouverneur.

Feuer auch in Idaho und Oregon

Der Nationale Wetterdienst hatte die Brandgefahr für den Osten
Washingtons zuvor als extrem beschrieben. »Dieses Jahr gehört schon
jetzt zu den arbeitsreichsten Waldbrandjahren seit Beginn der
Aufzeichnungen – und der August hat gerade erst begonnen«, sagte
Behördenleiter Dave Upthegrove.

Auch in den angrenzenden Bundesstaaten Idaho und Oregon brennt es. Einsatzkräfte kämpften mit Bulldozern und Hubschraubern
bereits den zehnten Tag in Folge gegen einen Brand, der fast 1.360
Quadratkilometer Grasland im Westen Idahos und Osten Oregons verwüstet
hat. In der Region gibt es zahlreiche Rinderfarmen. Nach Angaben der
Behörden bedroht das Feuer mehr als 600 Wohnhäuser und 800 weitere
Gebäude. Ein Blitzschlag soll den Brand ausgelöst haben.

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