Franz Hasiba wurde am 3. August 1932 in Graz geboren und blieb seiner Heimatstadt zeitlebens eng verbunden. Als ausgebildeter Agraringenieur fand er früh seinen Weg in die Politik und engagierte sich über Jahrzehnte hinweg in verantwortungsvollen Funktionen für die Steiermark und insbesondere für die Landeshauptstadt Graz.
Sein politischer Aufstieg begann in der Steirischen Volkspartei, deren Landesparteisekretär er von 1966 bis 1973 war. In dieser Funktion legte er wichtige organisatorische Grundlagen und arbeitete am Aufbau einer stabilen Parteistruktur mit. Von 1973 bis 1983 wirkte Hasiba als Zweiter Bürgermeister-Stellvertreter von Graz und war damit über ein Jahrzehnt hinweg an zentralen Entscheidungen der Stadt maßgeblich beteiligt. Schon früh setzte er sich für eine stärkere Bürgermitbestimmung und Bürgernähe in Politik und Verwaltung ein – ein Anliegen, das sein politisches Selbstverständnis nachhaltig prägte.
In den Jahren 1983 bis 1985 bekleidete Franz Hasiba schließlich das Amt des Bürgermeisters von Graz. Seine Amtszeit stand im Zeichen einer politischen Besonderheit: Im Rahmen einer vereinbarten Machtteilung zwischen ÖVP und SPÖ führte er zunächst die Stadtregierung, ehe er das Amt im Sinne dieser Übereinkunft an Alfred Stingl übergab. Diese Phase verlangte ein hohes Maß an Kompromissfähigkeit und politischer Verantwortung – Eigenschaften, die Hasiba in besonderer Weise verkörperte.
Auch nach seiner Zeit an der Spitze der Stadt Graz blieb Hasiba eine zentrale Figur der steirischen Politik. Als Landesrat und später als Landeshauptmann-Stellvertreter übernahm er Verantwortung auf Landesebene, ehe er von 1996 bis 2000 als Präsident des steirischen Landtags wirkte. In all diesen Funktionen zeichnete er sich durch ruhige Führung, Verlässlichkeit und einen sachorientierten Zugang zur Politik aus.
Über seine aktiven politischen Jahre hinaus blieb Franz Hasiba seiner Partei und der politischen Gemeinschaft eng verbunden. Noch bis ins hohe Alter engagierte er sich unter anderem als langjähriger Vorsitzender der Altmandatare der Steirischen Volkspartei und pflegte den Austausch zwischen Generationen von politischen Verantwortungsträgern.
Als Mensch wird Franz Hasiba als bodenständig, besonnen und humorvoll beschrieben. Er suchte nicht das Rampenlicht, sondern wirkte dort, wo politische Arbeit oft unsichtbar bleibt: im Ausgleich, im Gespräch und im Aufbau tragfähiger Strukturen. Als Brückenbauer genoss er weit über Parteigrenzen hinweg großen Respekt. Seine Fähigkeit zur Zusammenarbeit über politische Lager hinweg machte ihn zu einem geschätzten Partner und zu einer verbindenden Persönlichkeit in einer Zeit politischer Veränderungen.
Die Steiermark verliert mit Franz Hasiba nicht nur einen ehemaligen Bürgermeister und Spitzenpolitiker, sondern einen Vertreter einer Generation, für die politisches Handeln untrennbar mit Verantwortung und persönlicher Integrität verbunden war.
Sein Wirken wird in der Geschichte der Stadt Graz und des Landes Steiermark in respektvoller Erinnerung bleiben.