Aktuell sind 12.828 Personen in Tirol arbeitslos und damit etwas mehr (+1,8 %) als vor einem Jahr, geht aus den aktuellen Zahlen des AMS hervor. 2507 Personen nehmen an Schulungsmaßnahmen des AMS Tirol teil – das sind im Vorjahresvergleich um 246 Personen oder 10,9 % mehr. Bei geschätzten 372.000 Beschäftigten liegt die Arbeitslosenquote in Tirol damit bei 3,3 Prozent.
Im Bundesländervergleich ist das die niedrigste Arbeitslosigkeit. Dennoch war man zuvor eigentlich von einem Rückgang der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen. „Die Wirtschaftsprognose 2026 ging von einem deutlichen Beschäftigungswachstum aus und ließ ab der Jahresmitte eine sinkende Arbeitslosigkeit erwarten“, sagt Tirols AMS-Chefin Sabine Platzer-Werlberger. „Der bisherige Jahresverlauf in Tirol bestätigt dies nur für die Beschäftigungszahlen. Aktuell verzeichnen wir nach wie vor steigende Arbeitslosigkeit.“
Gleichzeitig gibt es aber deutlich mehr offene Stellen und Lehrstellen als vor einem Jahr. Ende Juli waren beim AMS Tirol 7434 sofort verfügbare offene Stellen gemeldet, was einem Plus von 6,2 Prozent entspricht. Die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellen ist im Vorjahresvergleich um 19,6 Prozent auf 1251 gestiegen. „Damit unterscheidet sich der Lehrstellenmarkt in Tirol von allen anderen Bundesländern, in denen die Anzahl offener Lehrstellen rückläufig ist“, schildert Platzer-Werlberger.
Österreichweit lässt die schwache Konjunkturentwicklung die Zahl der Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmer seit dem Frühjahr 2023 steigen. Ende Juli waren 364.200 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos oder in Schulung gemeldet. Das ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat von 1,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent.
„Nach nunmehr 40 Monaten steigender Arbeitslosigkeit wiederholt sich meine Analyse leider zwangsläufig“, so AMS-Vorstand Johannes Kopf. Es gebe „zu wenig internationale Nachfrage, zu hohe Energie- und Lohnstückkosten, zu wenig Konsum, zu wenig Investitionen. Kurz: zu wenig Wirtschaftswachstum.“ Laut dem AMS-Chef gibt es aber erste positive Signale für eine Trendwende: „Arbeitsmärkte drehen irgendwann und erste Anzeichen sind erkennbar.“ (mas, APA)