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Salzburg (Österreich) – Seit seinem Rausschmiss Ende März schwieg er. Jetzt meldet sich Markus Hinterhäuser (68), der gefeuerte Intendant der Salzburger Festspiele, mit bewegenden Worten und scharfer Kritik zurück. Im exklusiven BILD-Interview am Rande seines Auftritts bei der „Passauer Runde“ im Schloss Fuschl rechnet er mit den Verantwortlichen für seinen Rauswurf und mit der Festspiel-Politik in Salzburg ab.
Hinterhäuser macht deutlich, wie tief ihn die Ereignisse getroffen haben. „Es sitzt so tief, was passiert ist. Das ist eine große Wunde.“ An eine Zukunft in Salzburg denkt er nicht mehr. „Ich werde nicht in Salzburg bleiben“, sagt er. Der Weg führe ihn wohl nach Wien. Besonders scharf kritisiert Hinterhäuser die Vorwürfe, die zu seiner Absetzung geführt hatten. Wochenlang sei er öffentlich als „toxisch“ und „cholerisch“ dargestellt worden. „In zehn Jahren gab es genau zwei Beschwerden beim Betriebsrat.“ Die aber nicht einmal an ihn oder das Kuratorium weitergeleitet worden seien. Vieles sei konstruiert und gegen ihn verwendet worden. „Ich bin nicht zehn Jahre schreiend durchs Haus gerannt.“

Beeindruckende Kulisse: „Jedermann“-Star Philipp Hochmair (52) war auch Gast bei der „Passauer Runde“
Foto: Agency People Image
Auch bei seiner kurzen Rede vor den Gästen der „Passauer Runde“ sparte Hinterhäuser nicht mit Seitenhieben. Die Salzburger Festspiele dürften niemals „zu einem Instrument politischer Kleingeistigkeit und politischer Macht“ werden, sagte er unter großem Beifall. Manche Personen, die heute glaubten, großen Einfluss auf die Festspiele ausüben zu können, werde es irgendwann nicht mehr geben, die Festspiele hingegen schon.
Unterstützung erhielt Hinterhäuser von Kulturmanager Sven Hartberger (67), der den Umgang mit dem ehemaligen Intendanten in seinem Buch „Das Salzburger Affentheater“ scharf kritisierte. Er fordert Transparenz über die Kosten des Rauswurfs.

Hinterhäuser kritisierte in seiner Rede die Salzburger Politik und bekam dafür viel Beifall
Foto: Agency People Image
„Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen“
Hinterhäuser hat dazu eine klare Meinung: „Wir haben eine außergerichtliche Einigung getroffen. Jetzt hat Sven Hartberger eine Klage beim Landesverwaltungsgericht eingebracht, die bewirkt hat, dass der Salzburger Festspielfonds nicht nur meine Kosten, sondern die Gesamtkosten zu veröffentlichen hat. Das ist sehr viel und das sind Steuergelder. Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen, das hat völlig verrückte Dimensionen angenommen. “ Es gehe um Steuergeldverschwendung im Millionenbereich.

Auch diese Promi-Damen sind Fans von Markus Hinterhäuser (v.l.): Dr. Ulrike Muschaweck, „Dallmayr-Königin“ Marianne Wille, Milliardärin Anita Müller, Beate Merk und Claudia Gugger-Bessinger, Initiatorin der „Passauer Runde“
Foto: People Picture/N
Die Antwort der Salzburger Festspiele
Eine Sprecherin der Salzburger Festspiele dazu auf BILD-Anfrage: „Die für die Salzburger Festspiele Verantwortlichen sowie die dort wirkenden Künstlerinnen und Künstler sind der Garant, dass die Festspiele auch in Zukunft für künstlerische Exzellenz und Weltoffenheit stehen. Die Entscheidung des Kuratoriums, sich von Markus Hinterhäuser als Intendant zu trennen, wird daran nichts ändern. Über alle mit dieser Trennung verbundenen juristischen und ökonomischen Maßnahmen kann das Direktorium der Salzburger Festspiele keine Auskunft geben, da es nicht über diese informiert ist. Markus Hinterhäuser und das Kuratorium haben einen einvernehmlichen Vertrag mit einer Klausel zur Verschwiegenheit gegenüber den Inhalten unterschrieben.“