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Menschen mit Fibromyalgie leiden im ganzen Körper unter Schmerzen, Erschöpfung und Konzentrationsproblemen. Die Erkrankung ist schwer zu erkennen. Doch jetzt liefert eine große Genanalyse einen wichtigen Hinweis darauf, was dahintersteckt.
Forscher haben 26 genetische Bereiche identifiziert, die das Risiko für Fibromyalgie erhöhen können. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Nature Medicine“ veröffentlicht.
Für ihre Untersuchung analysierte ein Team um Isabel Kerrebijn von der Universität Toronto die Erbdaten von rund 54.000 Fibromyalgie-Patienten. Zum Vergleich nutzten die Wissenschaftler Daten von mehr als 2,5 Millionen gesunden Personen aus elf internationalen Datenbanken. Dabei fanden sie genetische Veränderungen, die bei Betroffenen deutlich häufiger vorkommen.
Ursprung im Nervensystem
Die Analyse zeigt: Die Ursachen der Erkrankung liegen vor allem im Zentralnervensystem. Viele der identifizierten Gene spielen eine Rolle bei der Entwicklung von Nervenzellen oder bei der Verarbeitung von Schmerzsignalen.
Die stärkste genetische Verbindung entdeckten die Forscher im HTT-Gen. Es ist bekannt, da es in einer anderen Variante die Huntington-Krankheit auslöst. Bei Fibromyalgie scheint es die Verarbeitung von Schmerzen im Nervensystem zu beeinflussen.
Die Ergebnisse stützen damit die bereits länger bestehende Annahme, dass bei der Erkrankung die Schmerzverarbeitung im Gehirn verändert ist. Bislang galten die genauen Ursachen jedoch als ungeklärt.
Verbindungen zu anderen Erkrankungen
Besonders auffällig war die hohe genetische Überschneidung mit Kreuzschmerzen, dem Reizdarmsyndrom und posttraumatischen Belastungsstörungen. Nach Einschätzung der Forscher könnten gemeinsame biologische Grundlagen erklären, warum viele Betroffene mehrere dieser Beschwerden gleichzeitig entwickeln.
Auch Konzentrationsprobleme, der sogenannte Brain Fog, könnten mit genetischen Einflüssen im Gehirn zusammenhängen. Der genetische Einfluss war besonders in Hirnregionen wie dem Hippocampus stark.
Studie mit Einschränkungen
Die Forscher weisen jedoch selbst auf Grenzen ihrer Arbeit hin. Die meisten Teilnehmer stammten aus Europa. Deshalb lassen sich die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf andere Bevölkerungsgruppen übertragen. Zudem wurden Patienten anhand von Diagnosen in Krankenakten erkannt – dabei sind Fehler möglich.