Für Angelina Utzeri aus Albstadt ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen: Die 31-Jährige hat ihre erste Fernsehrolle als Schauspielerin übernommen. Für die zweite Staffel der ZDFneo-Serie „Tschappel“ stand sie vor der Kamera. „Das wollte ich schon immer machen“, schwärmt sie.
Im Fernsehen ist Utzeri allerdings keine Unbekannte. Bereits mehrfach war sie in Reality-TV-Formaten zu sehen, unter anderem bei „Take Me Out“, „Der Bachelor“ und „Shopping Queen“. Mit Dating-Formaten habe sie inzwischen abgeschlossen, erzählt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Dem Fernsehen bleibt sie dennoch verbunden.
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Auch privat schlüpft die Wahl-Berlinerin gerne in verschiedene Rollen: Auf ihrem Instagram-Kanal nimmt sie in kurzen, pointierten Videos den schwäbischen Alltag liebevoll aufs Korn. Mit original schwäbischem Verve überzeichnet sie klassische Rollenbilder. „Ein bisschen habe ich mir immer erhofft, dass ich durch meinen Instagram-Content eine Fernsehrolle ergattere.“
173.000 Follower auf Instagram
Dass ihr Dialekt auch über die Region hinaus ankommt, zeigt ihre große Fangemeinde von rund 173.000 Followern – viele davon verstehen zwar nicht jedes Wort, finden aber Gefallen an ihren Videos und dem Dialekt.
Schwäbisch ist auch das, was bei „Tschappel“ gefragt ist. Die Comedy-Serie spielt in der oberschwäbischen Provinz und erzählt von Carlo, der nach dem Abitur seinen Weg im Leben sucht und dabei immer wieder in kuriose Situationen gerät. Die Schauspieler schwätzen Schwäbisch. Die zehn Folgen der zweiten Staffel sollen voraussichtlich ab Januar 2027 auf ZDFneo und in der ZDF-Mediathek zu sehen sein.
Und weil Utzeri sozusagen als Botschafterin des Schwäbisch auf Instagram unterwegs ist, wurde sie von der Produktionsfirma angefragt für die Nebenrolle der Lea.
In „Tschappel“ spielt Utzeri die Rezeptionistin Lea in einem Romantik-Hotel in Oberschwaben. „Sie ist nicht die Allersympathischste“, beschreibt sie ihre Rolle. „Wäre ich Gast in dem Hotel, würde ich nicht wiederkommen“, sagt sie lachend. Utzeri beschreibt Lea als überheblich, frech und nach einem langen Arbeitstag genervt gegenüber den Hotelgästen. Doch ihre mürrische Art soll die Zuschauer mit ihrer Art aber trotzdem zum Lachen bringen. „Jeder hat schon mal in irgendeiner Dienstleistung eine Lea erlebt, bei der man sich denkt: ‚Warum machst du das, wenn du keinen Bock darauf hast?‛“

Angelina Utzeri aus Albstadt am Set von „Tschappel“ im oberschwäbischen Zußdorf (Foto: privat)
Einen Tag lang – von 12 Uhr bis abends 20 Uhr – war Utzeri für die Serie am Set in Zußdorf nahe Ravensburg. Wie lange ihre Szene in der Folge tatsächlich zu sehen sein wird, kann sie nicht einschätzen.
Ihre TV-Erfahrung kam der 31-Jährigen am Set zugute. „Ich kenne es, wenn Kameras auf einen gerichtet sind, man verkabelt wird und vieles wiederholt werden muss“, sagt sie. Einen anderen Charakter als sich selbst zu verkörpern, sei für sie jedoch Neuland gewesen. „Das hat mich richtig nervös gemacht“, gibt sie zu. Während auf Instagram vieles spontan entstehe, habe sie sich beim Dreh an ein festes Drehbuch halten müssen. Doch all die Sorgen waren unbegründet. Utzeri fand sofort in ihre Rolle hinein. Ihr Text – natürlich auf Schwäbisch – wurde vor Ort sogar noch erweitert.
Ich kenne es, wenn Kameras auf einen gerichtet sind, man verkabelt wird und vieles wiederholt werden muss.
Angelina Utzeri, Content Creatorin
Schon bevor Utzeri für ihre Rolle in „Tschappel“ angefragt wurde, belegte sie in ihrer Wahlheimat Berlin einen Schauspielkurs. „Ich wünsche mir so sehr, dass es in die Richtung weitergeht“, sagt die 31-Jährige. Die Chancen stehen gut: Eine weitere Rolle hat sie bereits ergattert. Wo und in welcher Rolle sie zu sehen sein wird, darf sie allerdings noch nicht verraten.
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„Ich möchte so viel Schauspielerfahrung wie möglich sammeln“, sagt die Albstädterin. Ob Comedy, deutsche Filme oder Low-Budget-Produktionen – das sei ihr zunächst egal. „Hauptsache seriös“, betont sie. „Und wer weiß, vielleicht geht es eines Tages sogar nach Hollywood“, sagt sie und lacht. Um sich voll auf die Schauspielerei zu konzentrieren, werde sie vorerst nicht in TV-Formaten zu sehen sein. „Außer Let’s Dance klopft an“, ergänzt sie mit einem Augenzwinkern.