Der 16-Jährige kennt das Landesgericht für Strafsachen inwzwischen gut

Der 16-Jährige kennt das Landesgericht für Strafsachen inwzwischen gut

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APA/THEMENBILD

Zum bereits vierten Mal ist am Montag am Wiener Landesgericht ein erst 16-jähriger Syrer von einem Strafgericht verurteilt worden. Diesmal setzte es wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung eineinhalb Jahre unbedingte Haft. Das Gericht ging davon aus, dass der Bursch aus Wut einem jüngeren Cousin den Unterkiefer gebrochen hatte, weil ihn der 15-Jährige im vorangegangenen Verfahren wegen gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahls als Zeuge belastet und gegen ihn ausgesagt hatte.

Seine neuerliche, diesmal mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe verbundene Verurteilung ließ bei dem 16-Jährigen die Emotionen durchgehen. „Sie haben gerade das Leben eines Jugendlichen zerstört!“, rief er während der Urteilsverkündung in erstklassigem Deutsch. Nachdem ihm der vorsitzende Richter erklärt hatte, dass zusätzlich zur ausgesprochenen Strafe zwei zur Bewährung ausgesetzte Monate aus der allerersten Verurteilung sowie ein Monat aus einer vorzeitigen bedingten Entlassung widerrufen wurden und daher insgesamt 21 Monate zu verbüßen sind, zuckte der 16-Jährige aus. In einer Mischung aus Wut und Verzweiflung schlug er mehrmals mit der Faust auf den Tisch vor dem Anklagestuhl: „Herr Richter, das ist Unrecht, was Sie machen!“ Er habe „nichts gemacht“ und wolle „nicht unschuldig sitzen“, insistierte der 16-Jährige, ehe er heftig zu weinen begann und von einem Justizwachebeamten Handschellen angelegt bekam.