Stromproduktion aus Windkraft in Europa im Juli um rund 31 Prozent höher als im Schnitt der letzten zwölf Jahre. Die Bundesregierung versichert, die Austro-Stromversorgung sei sicher.
Hitze und fehlender Niederschlag haben den Gewässern in Europa im Juli zugesetzt und damit auch die Stromproduktion aus Wasser- und Atomkraft beeinträchtigt. Im Zusammenhang mit der kritischen Versorgungssituation in Teilen Südosteuropas beruhigte das nun das österreichische Energieministerium: „Die Versorgungssicherheit in Österreich ist unverändert gewährleistet.“ Unterdessen verzeichnete die Windkraft in Europa die zweithöchste Erzeugung der vergangenen zwölf Jahre, so die IG Windkraft am Dienstag.
Keine Lastdeckungsprobleme
Bei der Stromversorgung in Österreich beobachten Erzeuger die Entwicklung gemeinsam mit dem Netzbetreiber Austrian Power Grid (APG). Die aktuelle Einschätzung lasse hierzulande keine Lastdeckungsprobleme erwarten. „Sollte sich die Lage wesentlich ändern, werden allfällige Maßnahmen in enger Abstimmung mit den zuständigen Netzbetreibern und den europäischen Partnern auf Basis bestehender Pläne gesetzt“, schrieb das Ministerium am Dienstag in einer Aussendung.
Gaskraftwerke laufen
Derzeit laufen tageweise und ungewöhnlicherweise trotz des Sommers auch Gaskraftwerke – vornehmlich nachmittags und abends. Denn auch hierzulande und nicht etwa nur in Ungarn oder Rumänien, wo der Betrieb der dortigen Atomkraftwerke wegen Kühlwassermangels auf ein Minimum heruntergefahren wurde, führt die niedrige Wasserführung derzeit zu einer geringeren Stromerzeugung. Die hiesigen Laufwasserkraftwerke liefern wegen Niedrigwassers deutlich unter dem saisonalen Durchschnitt. Hierzulande gleiche das ein „breiter Mix unterschiedlicher Erzeugungsquellen“ aus, Strom wird auch importiert. Photovoltaik stützt tagsüber, Pumpspeicherkraftwerke abends und nachts.
Europaweit ein Drittel mehr Windstrom
Auch Wind spielt in der Stromerzeugung eine zunehmende Rolle. Der europaweite Windkraftrekord wurde durch die steigende Zahl an Anlagen aber auch durch bessere Windverhältnisse erreicht. Im heurigen Juli seien in Europa um rund 31 Prozent mehr Strom aus Windkraft erzeugt worden als im Durchschnitt der vergangenen zwölf Jahre.
Auch die vergangenen sechs Monate seien die zweitbeste Erzeugungsperiode gewesen, nur 2024 sei im Vergleichszeitraum noch mehr Windstrom produziert worden, so die IG Windkraft unter Verweis auf Zahlen des Verbandes europäischer Übertragungsnetzbetreiber. Verantwortlich dafür war einerseits eine steigende installierte Leistung, also mehr und leistungsfähigere Windräder, andererseits aber auch ein um 10 Prozent höheres Windaufkommen als im Vergleichszeitraum üblich, erklärte die Interessensvertretung.
„Stromkrisen in Rumänien und Ungarn führen uns aktuell drastisch vor Augen, wie wichtig eine auf breiten Füßen aufgestellte, sichere und heimische Energieversorgung ist“, sagte IG Windkraft-Geschäftsführer Florian Maringer.