Alte Bims ohne Klimaanlage, nur Asphalt und kein Baum, kein Schatten bei neuen Haltestellen. Der Verein Fahrgast vermisst konsequenten Hitzeschutz in Grazer Öffis.

In der prallen Sonne müssen Fahrgäste warten, die bei der neuen Haltestelle Peter-Tunner-Gasse in den 62er einsteigen wollen. Oder bei jener in der Blümelstraße, wenn man mit dem 65er stadteinwärts mitfahren möchte. Kein Baum, kein Schatten, um das Warten erträglich zu machen. Das sind zwei Beispiele, die der Verein Fahrgast anführt, um darauf hinzuweisen: Beim Hitzeschutz haben die Graz Linien derzeit Luft nach oben.

Auch den Einsatz alter Straßenbahnen, die noch keine Klimaanlage eingebaut haben, kritisiert der Verein. „Am Wochenende werden immer wieder ältere, nicht klimatisierte Fahrzeuge eingesetzt, obwohl ausreichend klimatisierte Variobahnen und Flexitys in der Remise stehen“, so Marcus Pirker. Er fordert angesichts der extremen Hitze rasches Handeln.

Hitzeschutz im öffentlichen Verkehr muss als zentrale Infrastrukturaufgabe behandelt werden.

— Marcus Pirker, Verein Fahrgast

Konkret: In erster Linie sollen klimatisierte Bims auf die Reise geschickt werden und bei Haltestellen soll zumindest eine Beschattung durch reflektierende Folien, die am Dach der Wartehäuschen angebracht werden, sichergestellt werden. Mittelfristig fordert die Öffi-Lobby Wartehäuschen mit begrünten Dächern als Standard, die Pflanzung von Bäumen im Haltestellenbereich, wo möglich, sowie Holz- statt Metallbänke. Letztere seien bei der Hitze praktisch nicht benutzbar, weil sie sich selbst so aufheizen.

Holding betont: Man nimmt Hitzeschutz für Fahrgäste „sehr ernst“

„Hitzeschutz im öffentlichen Verkehr muss als zentrale Infrastrukturaufgabe behandelt werden. Öffentlicher Verkehr muss auch bei sommerlichen Extremtemperaturen sicher, nutzbar und attraktiv bleiben“, fordert der Verein Fahrgast.

Das nimmt man bei den Graz Linien „sehr ernst“, wie Holding-Sprecher Gerald Zaczek-Pichler betont. Man setze laufend Maßnahmen zum Hitzeschutz um und prüfe weitere. Freilich hat „der Einsatz unserer klimatisierten Fahrzeuge oberste Priorität, er erfolgt jedoch immer unter Berücksichtigung der betrieblichen Möglichkeiten“, so Zaczek-Pichler. Der Anteil klimatisierter Straßenbahnen werde „kontinuierlich erhöht“, die neuen Flexity-Garnituren ersetzen sukzessive ältere Fahrzeuge.

Was die Haltestellen betrifft, plant man Begrünungen und Baumpflanzungen, wo es technisch möglich ist. Begrünte Dächer bei Neubau und Sanierung wird tatsächlich zum Standard und kommen heuer etwa bei den Haltestellen Wirtschaftskammer, Elisabethinergasse und Kapellenstraße, so Holding-Sprecher Zaczek-Pichler.