Während Gemeinden im ganzen Land zum Wassersparen aufrufen, werden in Graz Straßen und Radwege weiter mit Wasser abgespritzt. Leserinnen und Leser wundern sich, die Holding erklärt.
„Während im Radio die Nachrichten laufen, wie Gemeinden in ganz Österreich wegen der Hitzewelle und der großen Trockenheit zum Wassersparen aufrufen, lässt die Stadt Graz Radwege mit Wasser abspritzen.“ So ärgerte sich ein Leser der Kleinen Zeitung auf seinem morgendlichen Weg zur Arbeit. Er sei sogar nass geworden, weil so viel Wasser gespritzt wurde, dass Lacken am Weg stehen blieben. Und: „Neben dem nassgespritzten Radweg verläuft der völlig ausgetrocknete Schöcklbach, als Symbol der bestehenden Dürre.“
Gilt das Wassersparen in der Stadt Graz also nicht? Doch, doch, betont man bei der Holding. Aber das Säubern und Abspritzen von Straßen und Wegen müsse trotzdem sein. „Es ist ja kein Trinkwasser, das wir dafür verwenden, sondern wir zapfen Hydranten an“, sagt Holding-Sprecher Gerald Zaczek-Pichler. „Es ist das Wasser, das die Wasserwirtschaft zum Durchputzen der Leitungen verwendet. Das landet dann im Kanal.“
Säubern mit Wasser: Wasserverbrauch wurde aktuell deutlich reduziert
Aber natürlich hat man auch auf die Hitze und Trockenheit reagiert. Sind normalerweise acht große und kleine Tanklaster im Stadtgebiet unterwegs, sind es derzeit nur vier. Der große fasst 8000 Liter Wasser, der kleine 2000 Liter. „Und normalerweise füllen wir vier Mal pro Tag auf, derzeit nur zwei Mal“, so Zaczek-Pichler. Kurz: Man verbraucht nur gut ein Viertel der normalen Wassermenge.
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L305 in St. Marein bei Graz: So schaut es bei einer Baustelle aus, wo kein Wasser gespritzt wird, um den Staub zu finden © Thomas Plauder
Ganz verzichten kann man auf das Spritzen nicht, „aber wir konzentrieren uns auf Gegenden, wo aktuell Baustellen sind.“ Da geht es auch um Abkühlung, wenngleich klar ist, dass der Effekt überschaubar ist, aber vor allem um Staubbindung durch das Wasser. „Sonst haben wir in der Stadt lauter Staubwolken.“ Wie so etwas ausschauen würde, erfährt man aktuell in St. Marein bei Graz. Dort wird gerade die Landesstraße L305 saniert – vorbeifahrende Autos wirbeln ständig den Staub auf, der dann in der Luft steht.
Übrigens: Die Holding reaktiviert gerade wieder eine Wasserentnahmestelle beim Mühlgang auf Höhe Sturzgasse, um auch von dort ihre Tankwagen befüllen zu können.