Ein mehrtägiges internationales Heavy-Metal-Festival in der Kurstadt Bad Wörishofen, dazu zwei weltexklusive Konzerte: Diese Mischung sorgt seit Monaten für Aufsehen im Land. Fünf Musiker fiebern dem Start aus einem ganz besonderen Grund entgegen, denn für sie wird es ein Heimspiel. Dass Metal nicht gleich Metal ist, zeigt sich beim Besuch bei der neuen Band „PowerSaint“ in ihrem Probestudio in Bad Wörishofen. Während die Ursprünge der Metal-Musik in den Arbeitervierteln der Industrie- und Stahlstandorten Detroits, Birminghams oder des Ruhrgebietes liegen und es in den Titeln häufig um die Schattenseiten des Lebens geht, wie Krankheit, Tod, Einsamkeit oder Gewalt ist der Ansatz bei den Musikern von „PowerSaint“ ein ganz anderer.

Die beiden Bandgründer, die Brüder Martin und Alexander Baum, wuchsen mit Rock- und Metal-Musik auf. „Ohne Musik zu leben war, in unserer Familie gar nicht möglich“, erzählt Martin. Seine Mutter, Ingrid Baum, ist in Bad Wörishofen bekannt als Lehrerin an der Musikschule. Und auch der Vater Thomas Baum ist Musiker, wenn auch nicht hauptberuflich. 

Martin und Alex Baum sind ein eingespieltes Team bei ihren Musikprojekten.

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Martin und Alex Baum sind ein eingespieltes Team bei ihren Musikprojekten.
Foto: Ulla Gutmann

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Martin und Alex Baum sind ein eingespieltes Team bei ihren Musikprojekten.
Foto: Ulla Gutmann

Als Martin und sein Bruder älter wurden, beschlossen sie selber eine Band zu gründen und dass sie das zusammen machen wollten. Beide haben eine fundierte Musikausbildung und spielten zuvor schon in Metal-Bands.

Martin schrieb Songs, und begann sich mit Gesang auseinanderzusetzen. Da die beiden einen hohen Anspruch an die Qualität der Musik hatten, war es nicht einfach, geeignete Bandmitglieder zu finden, die dazu menschlich gut ins Team passen sollten. „Letztes Jahr beim Forest-Metal-Festival in Bad Wörishofen lernte ich Erik kennen“, erzählt Martin. Erik Hagelauer aus Schwabmünchen wurde dann auch gleich als Gitarrist engagiert. Den Schlagzeuger, Mathias Wilhelm, entdeckten sie im Internet auf einer Musikplattform. Er ist einer „der die Drumsticks mit seiner schweißtreibenden Schlagdichte regelmäßig zum Glühen bringt“. Den fünften Musiker, Julius Trippner, kannte Alex schon vom Musikstudium in Hannover. Er ist der einzige der Band, der Berufsmusiker ist, und in etwa zehn Bands spielt, mit unterschiedlichen Musikrichtungen. „Der singt auch mal nen Malle-Hit, wenn wir unterwegs sind“, amüsiert sich Alex Baum.

Wichtig ist den Musikern die Freundschaft untereinander. Nach den intensiven Proben, die oft fünf Stunden am Stück laufen, gehen sie noch zusammen zum Essen und Quatschen und haben Spaß. Konträr zum Image von Metal-Musikern trinkt keiner von ihnen Alkohol und sie sind auch alle Nichtraucher. 

Seit Februar 2026 sind „PowerSaint“ in dieser Formation zusammen

Die genannte Bandkonstellation gibt es erst seit Februar 2026, die erste Single kam aber schon im Februar 2025 heraus. Zuerst schrieb Martin Songs mit Titeln wie Kill the King, Iron Fist, The Renevant, Ultimate Sin oder Ride High, so heißt auch die neue CD. „Die Ideen zu den Texten kommen mir meist ganz spontan in den Sinn und ich muss sie nur noch aufschreiben“, erklärt Martin. Inspiriert wird er dabei von Fantasy-Büchern, die er gerne liest, oder Filmen aus diesem Themenbereich. Aber auch persönliche Erfahrungen fließen als Metaphern in die Texte. Beim Titel „Hell“ geht es um den Teufel, der mit Menschen, die in ihrem Leben viel sündigen, einen teuflischen Vertrag abschließe. Er erzähle ihnen schöne Lügen, doch zuletzt landen sie in der Hölle, wo ihre Seele brennen werde. Seine Texte sieht Martin als Kunstform, „die auf Englisch aber deutlich besser klingen, als in der deutschen Übersetzung“, wie er ergänzt.

Alex Baum zeigt ein Tablet aus dem Equipment der Tonstudioausstattung im Proberaum, unumgänglich, um den perfekten Metal-Sound zu kreieren.

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Alex Baum zeigt ein Tablet aus dem Equipment der Tonstudioausstattung im Proberaum, unumgänglich, um den perfekten Metal-Sound zu kreieren.
Foto: Ulla Gutmann

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Alex Baum zeigt ein Tablet aus dem Equipment der Tonstudioausstattung im Proberaum, unumgänglich, um den perfekten Metal-Sound zu kreieren.
Foto: Ulla Gutmann

Außer Gesang, Text und ihren Instrumenten beherrschen die Musiker, besonders Alex, auch die Studiotechnik und mischen bei Bedarf sinfonische Konzertmelodien, von Martin selbst komponierte Partituren, als Hintergrund in ihre Stücke. Symphonic Metal nennt sich das dann, wie beim Titel „Light the Flame“.

Auf dem Album „Ride High“ und bei den Auftritten spielt die Band schnelle, energiegeladene Metal-Stücke, aber auch sanftere Balladen. Die perfektionierte Symbiose von Gesang, Rhythmus und Gitarrenklängen ergeben dabei Musik, die Metal-Fans feiern werden. 

Apropos Auftritte: Am 26. August tritt „PowerSaint“ beim Forest-Metal-Festival in Bad Wörishofen auf. Am 23. und 24. Oktober diesen Jahres sind sie beim Mammut Matrix-Metal Festival in Königsbrunn dabei. Und was den Baum-Brüdern ganz wichtig ist: Ihr Auftritt bei der 100-Jahr-Feier der Sing- und Musikschule Bad Wörishofen am 14. November 2026. „Wir verdanken der Schule viel und wollen auch zeigen, was aus dem Gelernten entstehen kann!“